In Unternehmen fallen immer mehr Daten und Informationen an. Dies betrifft nicht nur die in Form strukturierter Daten vorliegenden Informationen aus Geschäftsanwendungen wie ERP oder CRM-Lösungen. Noch viel größer ist der Zuwachs offenbar im Bereich teil- bzw. unstrukturierter Daten wie Vertragstexten, Geschäftsbriefen, Produktbeschreibungen, Bildern bzw. Zeichnungen, Webseiten etc. Dabei ist davon auszugehen, dass die Menge der unstrukturierten Informationen die der strukturierten bei weitem übertrifft. Gleichzeitig gehen viele Experten davon aus, dass gerade im Bereich der unstrukturierten Informationen noch erhebliches Rationalisierungspotential liegt. So schätzt IDC den Anteil von dokumentengebundenen Tätigkeiten an der Arbeitszeit eines Mitarbeiters im Durchschnitt auf 50%. Schließlich wird immer wieder betont, dass gerade in den unstrukturierten Informationen das Wissen steckt, da die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen ausmacht. Vor diesem Hintergrund haben sich neben den vor allem an Geschäftstransaktionen ausgerichteten Anwendungen wie ERP- oder CRM-Lösungen in vielen Unternehmen heute auch ECM-Lösungen etabliert, deren Schwerpunkt in der Handhabung und Archivierung von „Dokumenten“ im weitesten Sinne liegt und die eher auf den Lebenszyklus eines Dokumentes ausgerichtet sind. Diese beiden Anwendungsdomänen haben naturgemäß vielfältige Berührungspunkte (z.B. Rechnungswesen, „Kundenakte“, „Maschinenakte“ etc.) und doch ist es mit ihrer Verzahnung bis dato noch nicht so weit her. Um nun die Potentiale aus beiden Anwendungsfeldern zu heben wird verstärkt ein ganzheitliches Informationsmanagement propagiert, vielfach auch als „Enterprise Information Management“ (EIM) bezeichnet, das sich sowohl auf strukturierte als auch auf unstrukturierte Informationen erstreckt.

Fragestellungen

Auf dem Weg in ein solches ganzheitliches Informationsmanagement stehen Anwenderunternehmen vor vielen Fragestellungen. Dies sind u.a.

  • In welchem Bereich liegen größere Potentiale zu Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit? Eher bei den geschäftsprozessbezogenen Anwendungen wie ERP oder bei den dokumentenbezogenen Lösungen wie ECM?
  • Inwieweit lässt sich bereits heute die Idee des ganzheitlichen Informationsmanagements (EIM) mit einer ERP- bzw. einer ECM-Lösung umsetzen? Ist es dabei vorstellbar auf die jeweils andere Lösung zu verzichten? Wie sieht in dieser Hinsicht heute die Praxis in den Unternehmen aus?
  • Wenn beide Anwendungsbereiche miteinander verzahnt werden sollen dann stellt sich nicht zuletzt die Frage nach dem „führenden System“. Was spricht an dieser Stelle für das ERP-System und was für die ECM-Lösung?
  • Welcher Weg in Richtung EIM ist aus Sicht der Experten zu empfehlen?

Diese und weitere Fragen diskutieren am Donnerstag, 13.03., auf dem ERP-Forum (Halle 5, Stand C28) zur CeBIT 2014:

  • Frank Naujoks, Product Marketing Manager Dynamics AX Microsoft Deutschland GmbH
  • Manfred Deues, Vorstand ams.Solution AG
  • Boris Krstic, Director Marketing & Sales Actindo GmbH
  • Karl Tröger, Leiter Produktmanagement PSIpenta PSIPENTA Software Systems GmbH
  • Heinz-Paul Bonn, Vorstandsvorsitzender GUS Group AG & Co. KG

Moderation: Uwe Küll, Redaktionsbüro Küll


Ist eine branchenspezifische Business Software notwendig, oder reicht ein Allround ERP-System über alle Branchen aus? Am Beispiel der Lebensmittelwirtschaft gehen ein Experte und vier Softwareanbieter der Frage nach: Generalist oder Spezialist, wieviel Branchenspezifikation braucht ein Softwaresystem, um für die Branche von nutzbringender Relevanz zu sein? Zum Beispiel unter folgenden aktuellen Aspekten: Die „Lebensmittelwirtschaft.org“ versteht sich als Informationsplattform und ‚Denkfabrik‘, sie ist Themen-Quelle und koordinierender Ansprechpartner…. (Ausschnitt aus den Zielsetzungen). Auf dieser Informationsplattform fehlt das Thema Informationstechnologie ganz, warum? Die Branche steht 2014 vor vielen neuen Herausforderungen: E-Commerce, kundenfreundliche Logistik, Multichannel mit einer „intelligenten Verzahnung“, Kundenbindungs-Programme. Geht das an der IT vorbei? Ist die IT nur ein Kostenfaktor oder auch ein Produktionsfaktor oder sogar der „Ermöglicher“? Kann dieselbe Software wirklich die Fertigung eines Fensterrahmens genauso gut steuern wie die Produktion hochfeiner Schokolade? Wie lange muß die Lebensmittelwirtschaft, an der das Wohl eines jeden einzelnen hängt, sich durch Eigenentwicklungen von Software – was überhaupt nicht ihr Metier ist – noch selbst helfen, weil es keine zuverlässigen und ausreichend spezifischen Systeme gibt? Diese Fragen sollen entlang der Prozesskette der modernen Lebensmittelwirtschaft im Kontext moderner Informationssysteme, der Sicherheit, Flexibilität und Zuverlässigkeit bei der Steuerung und dem Monitoring der Abläufe erörtert werden und was es auf sich hat mit

  • E-Commerce
  • Big Data
  • Bedienung aller Vertriebskanäle und Konditionen
  • Der Bewertung von Rohmaterial an unabhängigen Mengeneinheiten
  • Der Stückliste, die Rezeptur oder die Rezeptur, die Stückliste sein soll
  • Einem Artikel gemäß SINFOS-Standard
  • Einer 7-stufigen Adress-Struktur u. v. a. m.

Darüber hinaus stellt der Moderator die These auf: Durch den Einsatz Lebensmittel gerechter Software kann der Produktivitätsfaktor wesentlich erhöht und durch den Einsatz ungeeigneter Software erheblich beschädigt werden! Der Diskurs findet am Montag, dem 10. März, 13.00 auf dem ERP-Forum zur Cebit 2014 statt. Teilnehmer: Dr. Peter Schimitzek, Vorstandsvorsitzender CSB-System AG, Geilenkirchen Ekkehard Ziesche, Geschäftsführer Food & Logistik, GUS GROUP, Köln Martin Schildmacher, Vorstand Modus Consult AG, Gütersloh Wolfgang Schiek, Manager Sales and Marketing, Innovabee GmbH, Waiblingen Moderation: Fritz Niehsen, Food & Nutrition Unternehmensberatung


Sicherheit und Vertrauen sind zwei grundlegende Bedingungen für Cloud-Hosting. Sind Sicherheit und Vertrauen nicht gegeben, können diese sogar zu massiven Hemmnissen bei der Evaluierung einer Cloud-Lösung werden. Kein Unternehmen der Welt würde seine Geschäftsdaten in unsichere Cloud-Lösungen verlagern. Eine grundlegende Initiative um Vertrauen in die Cloud zu schaffen und Qualität transparent zu machen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bereits 2012 gestartet. Im Rahmen des Technologieprogramms „Trusted Cloud“ fiel Ende letzten Jahres der Startschuss für ein Pilotprojekt mit dem Ziel ein entsprechendes Zertifizierungsverfahren für Cloud-Dienste zu entwickeln. Der Aspekt des Datenschutzes steht hier im Vordergrund. Für Cloud-Nutzer, speziell kleinere und mittlere Unternehmen sowie Privatanwender , sind die Standards nach denen Cloud-Dienste bereitgestellt und betrieben werden i.d.R. nicht transparent oder überprüfbar. Eine Zertifizierung ist zwar kein Allheilmittel, wirkt jedoch den oben angesprochenen Hemmungen entgegen und unterstützt Entscheidungsprozesse im Allgemeinen. Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe, bestehend aus Beteiligten aus insgesamt 36 Unternehmen, 27 wissenschaftlichen Einrichtungen und vier weiteren Institutionen, finden sich bereits online in einem 10 Thesen umfassenden Papier. Dreh- und Angelpunkt ist die Auftragsdatenverarbeitung. Nicht nur, dass die Gesetzgebung im Bereich der Auftragsdatenverarbeitung an den Stand der Technik angepasst werden müsste, besonders notwendig erscheint auch der Abbau bürokratischer Hürden. Für Anwender ergibt sich aus der Initiative eine Möglichkeit Angebote rund um die Cloud einfacher vergleichen zu können. Gelingt es dem BMWi mit „Trusted Cloud“ einen allgemein gültigen Zertifizierungsprozess zu entwickeln und zu etablieren, verspricht dies dem Anwender ein Mindestmaß an Qualität und die absolute Konformität zu deutschem bzw. europäischem Datenschutzrecht. Die Entwicklungen rund um „Trusted Cloud“ lassen sich auf TrustedCloud.de verfolgen.


Fakten und Expertenwissen bilden die Basis für das Programm der ERP-Area zur CeBIT 2014, auch wenn es um den zukünftigen Einsatz von ERP-Software in den Unternehmen geht. Die Macher des ERP-Area Blogs wurden auch zur CeBIT 2014 wieder von der Deutschen Messe mit der Organisation des ERP Forums und der Guided Tours beauftragt. Über allem steht das Motto „ERP 2020: ERP der Zukunft – Zukunft des ERP“, d.h. in allen Vorträgen, Diskussionen und Systempräsentationen geht es immer auch um die Frage, wie sich ERP-Einsatz und Lösungsangebot in den nächsten Jahren entwickeln werden. Dazu müssen unsere Referenten und Experten gar keine Hellseher sein! Denn aktuelle Studien, z.B. die Befragung des VDMA im Rahmen der Initiative „ERP 2020“, lassen schon heute die Trends erkennen, die morgen den Einsatz von ERP-Software in den Unternehmen bestimmen werden. Zu den wichtigsten zählen mehr Mobilität, Benutzerfreundlichkeit und Konnektivität. Am Dienstag lautet das Tagesthema des ERP-Forums „Mobile Solutions – Business auf allen Kanälen“. Damit wird einer der Treiber neuer Entwicklungen in der Business Software Branche in den Fokus gerückt. Mit modernen Smartphones, Tablets und Handhelds entstehen immer mehr verschiedene Kommunikationswege. Mobile Lösungen sind quasi ständig verfüg- und einsetzbar, erlauben einen schnellen und effizienten Informationsaustausch und können die interne und externe Kommunikation erheblich erleichtern. Welche Chancen und welche Herausforderungen sich insbesondere im Bereich der Business Software aus diesen Entwicklungen ergeben, beleuchten die Vorträge an diesem Tag. Bei den ERP-Vergleichen wird live auf der Bühne die gesamte Auftragsabwicklung zur Bestellung, Produktion und Lieferung der „Gütebox“ in den ERP-Systemen nachvollzogen. Jeweils zwei Anbieter stellen sich den fünf „Szenen“, von der Einrichtung eines Zugangs zum ERP-System für den Kunden, über die Anpassung der Datenstruktur des Auftrags und die verteilte Produktion bis hin zur Lieferung ins Ausland. Konzipiert wird der Live-Vergleich von der Gesellschaft zur Prüfung von Software mbH aus Ulm. Ein Servicefall steht im Mittelpunkt der Guided Tours „ERP 2020“, die in Zusammenarbeit mit dem VDMA organisiert und durchgeführt werden. Mit der Live-Präsentaton am System zeigen die Aussteller den Besuchern neben der funktionalen Erfüllung der Anforderungen auch, wie die Bedienoberflächen hinsichtlich Ergonomie und Nutzerfreundlichkeit gestaltet sind. Die Guided Tours werden auch zu weiteren Themen, wie z.B. ECM/Dokumentenmanagement und Business Intelligence angeboten.


Mit der Kampagne „ERP 2020“ wirft der VDMA, gemeinsam mit den Partnern Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen und Trovarit AG einen Blick in die Zukunft von ERP Software. Welche Entwicklungen sind zu erwarten? Welche neuen Anforderungen lassen sich jetzt schon in Unternehmen der Branche Maschinen- und Anlagenbau vorhersehen und wie bereiten die ERP Anbieter ihre Software darauf vor? ERP Software ist in den Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus zur Selbstverständlichkeit geworden, zur allgegenwärtigen „commodity“, wie Strom aus der Steckdose. Aber wie beim Strom gilt auch bei der ERP Software: ohne läuft nichts. Denn als informationstechnisches Rückgrat sämtlicher kaufmännischer Prozesse ist es in den meisten Unternehmen unverzichtbar geworden. Deshalb sind Projekte zur Einführung einer neuen ERP Software so gefürchtet und gleichzeitig so notwendig: Gefürchtet, weil der Eingriff in ein so komplexes System immer mit einem hohen Risiko behaftet ist; Notwendig, weil sich die Geschäftsprozesse mit der Zeit ändern und die ERP Software diesen Änderungen folgen muss, wenn sie weiterhin als nützliches Werkzeug wirken soll. Die Kampagne „ERP 2020“ will mit verschiedenen Maßnahmen einen Dialog zwischen IT-Anbietern und -Anwendern initiieren und fördern. Es geht darum, die Potenziale und Möglichkeiten von ERP Software vor dem Hintergrund neuer funktionaler Anforderungen, technischer Möglichkeiten und geänderten Nutzerverhaltens zu erkennen, zu formulieren und gemeinsam mit den Software-Herstellern zu entwickeln. Erste Befragungen von Anwendern und Anbietern zum Thema ERP 2020 haben drei Schwerpunktthemen ergeben, die eng miteinander zusammen hängen. Es handelt sich hierbei um die Themen mobility, usability und connectivity. Dabei ist das ortsungebundene Arbeiten (mobility) ganz klar der Treiber. Nicht nur der Vertrieb und der Service arbeiten heute außerhalb des Unternehmens. Mit der Mobilität kommen moderne Endgeräte ins Spiel, die sich von ihrer Oberflächengestaltung und Ergonomie (usability) her an ganz neuen Maßstäben orientieren und dies auch immer stärker von den ERP Systemen fordern. Schließlich bedingt diese neue Mobilität, dass man jederzeit und überall auf die Unternehmenssoftware zugreifen kann (connectivity). Der VDMA plant gemeinsam mit seinen Partnern verschiedene Maßnahmen, um diese Themen weiter zu erörtern und die Anforderungen der Anwender den Lösungsansätzen der Anbieter gegenüberzustellen. Die nächsten ERP 2020 Events:

CeBIT 2014: Das ERP Forum & die Guided Tours (10.-14. März, Halle 5) stehen unter dem Motto „ERP 2020 – Mobility, Usability, Connectivity“ Weitere Infos und Programm
VDMA Hausmesse (14. Mai, Flörsheim) Den auf der Hausmesse vertretenen Anbietern wird eine Aufgabenstellung vorgegeben, die sie mit ihren Software Lösungen abbilden müssen. In diesem Jahr wird das Szenario aus dem Bereich Servicemanagement stammen


Das Thema „ERP“ ist im Herbst untrennbar mit der IT & Business (24.-26.09., Stuttgart) verbunden und reicht auch bis in die Parallelveranstaltungen DMS EXPO und CRM-expo hinein. Entsprechend groß ist die Zahl der Aussteller und der Programmpunkte, die sich dem Thema verschrieben haben. Hier ein kleiner Auszug der diesjährigen Programm-Highlights zum Thema ERP, zusammengestellt vom Redaktionsteam des Trovarit e-zines „software markt„:

  • Live-Vergleich von ERP-Systemen, Tag 1: Sind Veränderungen in der Produktionskette bei ERP-Systemen angekommen? Werner Schmid, GPS – Gesellschaft zur Prüfung von Software mbH Fachforum 3.1, Dienstag, 24.9., 11:15-13:00 Uhr
  • Zwischen Terminal und Tablet – Chancen und Grenzen mobiler Anwendungen im Produktionsumfeld (Podiumsdiskussion) Veranstalter: Strategy Communication Lötters Forum 3.2, Dienstag, 24.9., 12:00-13:00 Uhr
  • Live-Vergleich von ERP-Systemen, Tag 2: Sind Veränderungen in der Produktionskette bei ERP-Systemen angekommen? Werner Schmid, GPS – Gesellschaft zur Prüfung von Software mbH Fachforum 3.1, Mittwoch, 25.9., 11:15-13:00 Uhr
  • Die ERP-Roadmap: Zukunftsorientierte und nachhaltige Planung des Business Software Einsatzes Peter Treutlein, Trovarit AG Fachforum 3.1, Mittwoch, 25.9., 15:30-16:00 Uhr
  • ERP in der Praxis – Erfahrungswerte aus über 2.000 ERP-Projekten und -Installationen Dr. Karsten Sontow, Trovarit AG Fachforum 3.1, Donnerstag, 26.9., 10:00-10:45 Uhr
  • Stammdatenmanagement und Informationsqualität: Vorgehen und Stolpersteine in Projekten Dr. Wolf Engelbach, Fraunhofer IAO Fachforum, 3.1, Donnerstag, 26.9., 13:30-14:00 Uhr

Das Redaktionsteam wünscht einen interessanten Messebesuch und begrüßt Sie natürlich gerne auch am Trovarit-Stand in Halle 3, C51


Die Planung und Steuerung der inner- wie auch der überbetrieblichen Logistik stellt in der Kunststoffindustrie die dort eingesetzten ERP Systeme vor große Herausforderungen. Besonderheiten beim ERP Einsatz in der Kunststoffindustrie Zu den Besonderheiten der Branche, in der Fertigungsverfahren wie der Spritzguss oder die Extrusion weit verbreitet sind, zählen

  • eine ausgeprägte Prozesscharakteristik mit Batch-Fertigung,
  • Kuppelproduktion,
  • eine sehr ausgeprägte Werkzeugverwaltung (Grundwerkzeug, Formnester) unter Berücksichtigung von Verfügbarkeiten und Standzeiten sowie
  • eine intensive Nutzung der Maschinendatenerfassung (MDE) für die prozessbegleitende Qualitätssicherung (z.B. Inline-Recycling) und Fertigungssteuerung (z.B. Schusszahlen, Maschinenstatus).

Schließlich unterliegen viele Kunststoffverarbeiter zusätzlich kundenseitigen Anforderungen, die sich stark auf den ERP-Einsatz auswirken: Z.B. müssen Automobilzulieferer oftmals sehr komplexe Verpackungsvorschriften ihrer Kunden abbilden oder Lieferanten für die Medizintechnik die lückenlose Rückverfolgbarkeit einzelner Bauteile gewährleisten. Ziele des ERP Einsatzes in der Kunststoffindustrie Wie die Studie „ERP-Einsatz in der Praxis“ der Trovarit zeigt, erfolgt der ERP Einsatz in der Kunststoffindustrie überproportional stark mit dem Ziel, die Kapazitätsauslastung des – oft kostspieligen – Maschinenparks zu erhöhen, Kosten zu senken und die Kundenzufriedenheit mit der Auftragsabwicklung (z.B. Termintreue) zu steigern. Um diese Ziele zu erreichen, legen Kunststoffverarbeiter bei der ERP Auswahl großen Wert auf eine geeignete Software-Funktionalität. Darüber hinaus soll die Software mittelstandstauglich, anwenderfreundlich und möglichst flexibel sein. Eine relativ große Rolle bei der ERP-Auswahl spielt auch das Kosten-/Nutzenverhältnis sowie die Fachkompetenz des ERP-Anbieters. ERP Systeme: Das sind die Branchenspezialisten Angesichts der ausgeprägten Branchencharakteristik ist es nicht verwunderlich, dass in der Kunststoffindustrie vor allem die Branchenspezialisten unter den ERP Systemen das Sagen haben. Neben AlfaPlus (SWP Irma), STEPbasic (STEPSOFT), PPS-Plus (HKS-Systems) sowie FOSS (Ordat) sind hier auch die „ERP-Riesen“ vertreten: Dabei bieten Sage (wincarat) und Infor (Infor ERP COM) im deutschsprachigen Raum direkt an, während Microsoft (z.B. Modus Plastics/Modus, Dynamics Plastic Technology/KCS) und SAP (All for Plastic/All for One Steeb, it.chemicals/itelligence) ihre Partner mit entsprechenden „Branchenlösungen“ ins Rennen schicken.

ERP Einsatz im Urteil der Kunststoffindustrie Die in der Kunststoffindustrie genutzte ERP-Infrastruktur muss nicht nur viele Branchenbesonderheiten abbilden, sondern ist auch überdurchschnittlich umfassend, um nicht zu sagen „komplex“: Neben dem ERP-Kern (Finanzbuchhaltung, Auftragsabwicklung und PPS) setzen viele Unternehmen auch auf Module für BDE und MDE, CAQ aber auch CRM und SCM. Im Alltag machen sich diese Herausforderungen durchaus bemerkbar, was sich widerum in der Bewertung der eingesetzten ERP Systeme durch Unternehmen der Kunststoffindustrie zeigt: So bemängeln weit überdurchschnittlich viele Kunststoffverarbeiter den Aufwand bei Updates bzw. Release-Wechseln sowie eine mangelnde Abbildung der Geschäftsprozesse wg. funktionaler Defizite. Offenbar wirkt sich hier der hohe Grad an Integration in Verbindung mit – vielfach notwendigen – überproportional starken Anpassungen des Software-Standards negativ auf die Release-Fähigkeit der ERP-Software aus.


Anwender von ERP Lösungen sehen sich derzeit mit einer ganzen Reihe von „Trends“ konfrontiert: Den Experten zufolge kommt man zukünftig um „ERP aus der Cloud“ nicht mehr herum, weil sich damit der ERP Einsatz flexibilisieren und gleichzeitig Kosten sparen lassen. Gleichzeitig ist „Big Data“ das Mittel, um der ständig wachsenden Datenflut Herr zu werden. Im Sinne des Trends zu mehr „Business Intelligence“ lassen sich so aus den Daten nützliche Informationen gewinnen. „Business Apps“ in Verbindung mit Smartphones oder Tablet-PCs machen den ERP Einsatz mobil und ermöglichen die Arbeit mit der ERP-Lösung von überall und zu jeder Zeit. Die Anbindung von „Social Networks“ (LinedIn, Xing, Facebook etc.) eröffnen neue Chancen für Marketing und Vertrieb sowie für die Bindung von Mitarbeitern oder Kunden durch entsprechende Gruppen und Foren. Über diese Hype-Themen hinaus offenbart die Praxis, dass immer mehr Aufgabenbereiche in den Unternehmen „digitalisiert“ werden. So wachsen die Software-Landschaften in den Unternehmen in Bereiche bspw. CRM, ECM, BI und SCM. Über das Ziel sind sich dabei alle einig: eine bereichsübergreifende Auftragsabwicklung bzw. Planung- und Steuerung der Unternehmensressourcen ohne Probleme durch Medienbrüche, Mehrfacheingaben und inkonsistenter Datenhaltung. Allerdings werden hier gegenläufige Trends propagiert. Dem Trend zu immer umfassender integrierten Software-Paketen, die alle Anforderungen aus einer Hand abdecken, steht die Vision des „Best-of-Breed“ gegenüber, bei der die jeweils besten Speziallösungen weitgehend frei miteinander kombiniert werden können. Die Protagonisten der „Integrierten ERP-Lösung“ setzen dabei auf den Vorteil der Durchgängigkeit und der Einheitlichkeit, die bei einem Hersteller naheliegt. Die Vertreter von „Best-of-Breed“ betonen dagegen den Vorteil der Spezialisierung und verweisen bei Schnittstellen etc. auf verfügbare Software-Technologien und –Standards. Und schließlich sorgt auch der Gesetzgeber für Gesprächsstoff, wenn es um ERP geht. Z.B. resultieren aus den Regularien für den einheitlichen EURO-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) und aus den ab dem Geschäftsjahr 2013 zwingend zu bedienenden Vorgaben für die E-Bilanz neue Anforderungen an ERP-Lösungen.

Orientierung ist notwendig

Wenn Unternehmen angesichts dieser Flut von Trends derzeit ihre ERP-Infrastruktur erneuern wollen – sei es durch Modernisierung der vorhandenen oder durch Anschaffung einer neuen ERP Lösung – dann sollte man sich auf das wesentliche konzentrieren: eine ERP Lösung ist letztlich ein Werkzeug, das hilft, Strategien zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen mit Leben zu füllen. So nennen dann auch die Teilnehmer der Trovarit-Studie „ERP / Business Software: Nutzenbeitrag der Modernisierung“ die Steigerung der Effizienz und Schnelligkeit der Unternehmensprozesse als wichtigste IT-relevante Strategie der kommenden Jahre. Dicht gefolgt von Strategien, die insbesondere darauf abzielen, Prozesse nicht nur effizient gestalten sondern auch effizient umgestalten zu können. Die optimale Prozessunterstützung durch ein umfassendes und ausgereiftes Funktionsset einer ERP Lösung wird zwar weiterhin die wesentliche Zielgröße in der Gestaltung der Unternehmens-IT sein. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Dynamik in den Geschäftsprozessen und der bereichsübergreifenden Vernetzung der Informationen, erhält die Fähigkeit Unternehmensprozesse und unterstützende Business Software schnell und gezielt an sich ändernde Rahmenbedingungen anzupassen, jedoch immer größere Bedeutung. Vorteile moderner ERP Lösungen
Für den tatsächlichen Einsatz von Business Software leiten sich aus dieser Entwicklung sowohl auf der strategischen Ebene als auch im täglichen operativen Betrieb Anforderungen ab, die bei einer ERP Auswahl berücksichtigt werden sollten. Hierzu zählen u.a.:

vorteile-moderner-erp-loesungen

  • Offenheit für Anpassungen aufgrund einer geeigneten, modernen Softwarearchitektur. Serviceorientierte Architekturen und geeignete Schalenmodelle mit klaren Regeln für Anpassungen durch Hersteller, Anbieter von Branchen-Templates, Implementierungspartner und Anwender verbessern die Anpassbarkeit und schützen die Release-Fähigkeit einer angepassten Installation.
  • Gute modulare Ergänzungsmöglichkeiten mit zusätzlichen Funktionsumfängen. Wächst mit der Zeit der Bedarf an geforderter Funktionalität, z.B. durch Ausweitung in verschiedene Bereiche wie Customer Relationship Management (CRM), Enterprise Content Management (ECM) oder Business Intelligence (BI), so ist eine integrierte Lösung als zusätzliches Modul einer bestehenden Lösung meist leichter einzuführen und zu pflegen, als die Anbindung einer weiteren Lösung über Schnittstelle.
  • Einfache Anbindung über Standardschnittstellen. Sei es für den überbetrieblichen Informationsaustausch (z.B. EDI) oder für die Anbindung bestehender Lösungen bei denen ein Ersatz durch ein integriertes Modul aus welchen Gründen auch immer nicht sinnvoll erscheint: Verfügbare Standardschnittstellen reduzieren den Aufwand und vermeiden das Entwicklungsrisiko einer Individual-Schnittstelle.
  • Ergonomische Benutzerführung. Eine eingängige, nachvollziehbare und vor allem einfache und schnelle Bedienbarkeit ermöglicht nicht nur effizientes Arbeiten. Sie verringert den Aufwand für die Einarbeitung nach Einführung oder umfassenden Anpassungen und sorgt für eine hohe Akzeptanz bei den Nutzern. Das Potenzial des Software Einsatzes wird schneller und umfassender genutzt und die Nutzung Excel-basierter „Workarounds“ wird verhindert.
  • Werkzeuge zur Umsetzung und Verwaltung von Anpassungen von Prozessen, Datenstrukturen, Oberflächen und Formularen. Mit geeigneten Tools können nicht nur Anpassungen schneller durchgeführt werden, auch können Anpassungen besser dokumentiert, die Auswirkungen einfacher geprüft und der Aufwand für kommende Releases deutlich reduziert werden.

Empfehlung für mittelständische Unternehmen

Die beschriebenen Trends führen zu einer nahezu unüberschaubaren Vielfalt an Software-Lösungen, die sich dem Mittelstand verschrieben haben. Für ein suchendes Anwenderunternehmen kann die Investitionsentscheidung somit ein mühseliges und in Anbetracht der Investitionsvolumina, des Einführungsaufwands und der langfristigen Auswirkungen auch ein durchaus riskantes Unterfangen werden. Deswegen sollten auch mittelständische Unternehmen unbedingt auf eine strukturierte Vorgehensweise zurückgreifen, die über die Klärung der Anforderungen (Prozesse, Lastenheft) und Marktrecherche (Messen, Fachzeitschriften, Internet, Rechercheplattformen) zu einer überschaubaren Favoritenliste führt. Anschließend kann über Präsentationen und Systemtests vor Ort der Kandidat für Vertragsverhandlungen ermittelt werden. Dabei sollte nicht zuletzt berücksichtigt werden:

  • Funktionale Eignung
  • Branchen-, Fach- und Projektkompetenz des Implementierungspartners
  • Größe und Standorte des Anbieters
  • Moderne technologische Basis
  • Ergonomische Benutzerführung
  • Angemessene Anpassbarkeit und Flexibilität
  • Geeignetes Bereitstellungskonzept

Aber nicht nur zu einer Neueinführung gilt es, sich intensiv mit den Anforderungen an die eigene Business Software auseinanderzusetzen. Angesichts von Nutzungsdauern jenseits von 15 Jahren, der voranschreitenden technologischen Entwicklung und der sich ändernden Abläufe in den Unternehmen driften mit der Zeit fast zwangsläufig die ERP-Lösung und die zu unterstützenden Prozesse auseineander. Wird hier nicht regelmäßig durch Modernisierung der Software und ggf. Überprüfung der Prozesse nachjustiert, reduziert sich der Mehrwert des Einsatzes von Business Software signifikant. Die Trovarit-Studie belegt eindrucksvoll, dass technologisch aktuelle ERP-Installationen hinsichtlich ihres Nutzens deutlich positiver bewertet werden. Insbesondere wenn es um die Einfachheit, die Transparenz und die Schnelligkeit von Prozessen geht, werden die aktuelleren Installationen besonders gut bewertet. Es zeigt sich also, dass die regelmäßige Pflege der Lösungslandschaft ebenso einen erheblichen Beitrag zur Prozessbeherrschung liefern kann wie eine erfolgreiche Neuauswahl.


Bregal Capital, eine Beteiligungsgesellschaft der Brenninkmeijer-Familie, kauft die Anteile der beiden Gründer Leo und Werner Ernst sowie des Investors Beaufort Capital. Martin Wolf bleibt als Investor maßgeblich an proALPHA beteiligt. Das Unternehmen soll langfristig weiterentwickelt und die Position von proALPHA als Anbieter von ERP-Lösungen für den Mittelstand ausgebaut werden. In intensiver Zusammenarbeit mit dem weiteren Management und dem neuen Gesellschafter werden die Gebrüder Ernst einen kontinuierlichen und reibungslosen Übergang begleiten. Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2014 werden sie sich dann altersbedingt schrittweise aus dem Unternehmen zurückziehen. Jürgen Brand als Vorstand der proALPHA Software AG sowie Markus Klahn und Matthias Kläsener als Vorstände der proALPHA Consulting AG werden ebenso wie Martin Wolf als Entwicklungschef langfristig im Unternehmen bleiben und nach der Etablierung der neuen Gesellschafterstruktur maßgeblich an proALPHA beteiligt sein.


Die CARL FUHR GmbH & Co. KG, traditionsreicher Hersteller von Schlössern und Beschlägen, beschäftigt 230 Mitarbeiter am Stammsitz Heiligenhaus. Über 100 weitere sind für FUHR an anderen Standorten im Einsatz. Zu den Produkten von FUHR gehören beispielsweise moderne Fenster-Verschlüsse (Dreh-Kipp), Mehrpunktverriegelungs-Systeme für Haus- und Wohnungstüren oder elektronisch gesteuerte Motorschlösser. Die zunehmende Internationalisierung und Produktkomplexität stellte neue Anforderungen an die IT-Unterstützung, die das bisher eingesetzte Warenwirtschaftssystem nicht leisten konnte. Bei der Auswahl des neuen ERP Systems legte FUHR vor allem Wert auf

  • Zukunftssicherheit der Software
  • Anwenderfreundlichkeit
  • Integration von Warenwirtschaft, BDE, CRM, Fibu, DMS und QS
  • Verfügbarkeit in den relevanten Landessprachen und Lokalisierung der gesetzlichen Vorgaben

Nach mehreren Präsentationsrunden entschied sich FUHR für das ERP System abas Business Suite von ComputerKomplett SteinhilberSchwehr. Der Start des Echtbetriebs ist für den 01.01.2015 geplant. Es werden dann rd. 1.000 Kunden und über 10.000 Artikel in dem System verwaltet, welches von 105 Anwendern in Deutschland, den Niederlanden, Polen und Großbritannien genutzt wird. Im Zuge der abas Einführung wird ComputerKomplett das bestehende BDE-System integrieren, CRM, Fibu und DMS ablösen und ein Qualitätsmanagementsystem einführen. Parallel zur Einführung des neuen ERP Systems wird auch die IT-Infrastruktur bei FUHR erneuert. Neben der Lieferung und Installation komplett neuer Server-Hardware, nutzt FUHR in Zukunft an zwei Standorten auch VMware zur Virtualisierung der IT-Landschaft.