Die Vision von Industrie 4.0

Eine Maschine stellt dank ihrer umfänglichen Sensorik einen Produktfehler fest. Sie entscheidet selbstständig, ob das Werkstück repariert werden kann, ob es entsorgt werden muss oder ob es zunächst von einem Techniker begutachtet werden muss. Die entsprechenden planungsrelevanten Informationen gibt die Maschinensteuerung automatisch an höher gelagerte IT-Systeme weiter. Jetzt kann z.B. das Manufacturing Execution System (MES) die Feinplanung an die neuen Voraussetzungen in Echtzeit anpassen. Maschinen, die im Fertigungsprozess folgen, werden via MES über den Ausfall bzw. die Verzögerung informiert und können ihre Reihenfolgeplanung entsprechend korrigieren. Gleichzeitig kann das Enterprise Resource Planning (ERP-) System im Bedarfsfall Ersatz-Rohware disponieren bzw. Reparaturaufträge erzeugen. Das ERP-System kann auch prüfen, ob durch den Produktfehler Liefertermine verletzt und Kunden entsprechend informiert werden müssen.


Von Dr. Oliver Vering, Prof. Becker GmbH und Peter Treutlein, Trovarit AG

Das Thema Multi-Channel – teilweise bereits auch als „Omni-Channel“ bezeichnet, um deutlich zu machen, dass nicht nur mehrere, sondern alle Absatzkanäle von Handelsunternehmen ganzheitlich betrachtet und vom Kunden auch parallel genutzt werden – ist nicht nur unternehmenstrategisch und organisatorisch eine der größten Heraus­forderungen von Handels­unter­nehmen, sondern auch IT-technisch.


Firmen in der Automobilbranche bewerten ihre ERP-Lösungen tendenziell kritischer als die Anwenderfirmen insgesamt. Das zeigt eine exklusive Branchenauswertung für die „Produktion“ durch die Trovarit AG im Rahmen der Studie „ERP in der Praxis 2014“. Offenkundig verlangt die Schlüsselindustrie Automotive ihren Systemen mehr ab als der Durchschnitt.


Software-Lösungen für Enterprise Resource Planning (ERP) müssen Branchenspezifika abbilden können.

Im Rahmen einer ERP-Auswahl ist eine der wesentlichen Aufgaben des Projektteams die Sondierung des Marktangebots hinsichtlich relevanter Kriterien zur Absicherung des Investitionsvorhabens.

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Die optimale Passung der im Standard verfügbaren Funktionalität auf die unternehmensspezifischen Anforderungen stehen im Zentrum eines ERP-Projektes. Sie wird maßgeblich von den Gegebenheiten einer Branche geprägt, die wichtige Auswahlkriterien sowohl für das System als auch den Anbieter bzw. das Systemhaus darstellen.

Zwei Beispiele sollen diesen Zusammenhang verdeutlichen.

Beispiel 1: ERP Anforderungen im Anlagenbau

Das erste Beispiel beschreibt den Fall eines klassischen Anlagenbauers. Sein Sortiment umfasst verschiedene Anlagentypen, die jeweils detailgenau den Kundenwünschen entsprechen müssen. Bei jeder abgenommenen Anlage handelt es sich um ein projektgefertigtes Produkt. Eine konsistente, benutzerfreundliche und übersichtliche Projektplanung sowie ein durchgängiges Projektcontrolling gehören daher zu den zentralen Anforderungen eines Anlagenbauers an ein ERP-System. Beispiele für erfolgskritische ERP Funktionen für diese Branche sind

  • die Möglichkeit, einzelne Strukturelemente aus vergleichbaren Projekten in die aktuelle Projektplanung zu kopieren,
  • Meilensteine frei zu definieren,
  • mehrere Projekte gleichzeitig verwalten zu können,
  • bezüglich der Ressourcen die Anpassung der Gesamtauftragssituation bei Veränderungen zu simulieren,
  • den Zahlungsplan mit Verknüpfungen zwischen Zahlungsmeilensteinen und Projektmeilensteinen zu führen oder
  • verschiedene Projektstände als Soll zu fixieren und mit Fortschritt des Projektes mit den Ist-Zahlen zu vergleichen.

Beispiel 2: Anforderungen aus der Textil- und Bekleidungsindustrie

Schnelllebige Modetrends und eine stetig wachsende Nachfrage der Kunden nach immer individuelleren Produkten prägen die wirtschaftliche Situation. Konfrontiert mit zunehmender Globalisierung und verschärftem Preiswettbewerb sehen sich die westeuropäischen Unternehmen gezwungen, große Teile ihrer Wertschöpfung in (wechselnde) Niedriglohnländer zu verlagern. Beide Effekte führen zu hoher Komplexität der Produktions- und Logistikketten. Eine zuverlässige Absatz- und Bedarfsplanung bildet einen entscheidenden Erfolgsfaktor und somit einen Schwerpunkt bei der Anforderungsdefinition an ein ERP-System. Insbesondere im Bereich der NOS-Artikel (Never out of stock) stellt die Absatzplanung die wesentliche Eingangsgröße in die Bedarfsplanung dar, welche neben der Eigenfertigungsplanung und –steuerung, die über die Netzwerkproduktionsplanung zugeteilt wird, auch die Fremdbezugsplanung und –steuerung umfasst. In dieser Konstellation sind

  • voll integrierte Bedarfsplanungsmodule und
  • Multi-Site-Fähigkeit des ERP-Systems

herausragende Anforderungen an die ERP Anbieter.

Besonderheiten aus den Bereichen Food & Pharma

Anforderungen, wie eine durchgängige Chargenverwaltung auch für Flüssigstoffe, die Berechnung und Verwaltung von Mindesthaltbarkeitsdaten, die Unterstützung von Zerlegeprozessen oder die Verwaltung mehrerer Ergebnisprodukte aus einem Produktionsprozess, greifen sehr tief in die Datenstrukturen der Systeme und können oftmals nur von Branchenspezialisten abgebildet werden.

Über die funktionalen Anforderungen hinaus besteht die immer größer werdende Notwendigkeit einer Branchenspezialisierung für die strategischen Komponenten eines Systems sowie für das Systemhaus oder den Anbieter selbst. Als Beispiel können hier Anbieter für Branchen- oder Nischenlösungen für die pharmazeutische Industrie genannt werden, die Ihre Systeme gezielt nach dem GMP-Leitfaden (Good Manufacturing Practice) ausrichten. Dieser Leitfaden konkretisiert die EG-Richtlinie 2003/94/EG zur Festlegung der Grundsätze und Leitlinien der guten Herstellungspraxis für Humanarzneimittel und für zur Anwendung beim Menschen bestimmter Prüfpräparate. Die Zertifizierung eines ERP Systems als GMP-konform in diesem Umfeld zeigt die strategische Ausrichtung des Systems auf die Herstellung von Pharmazeutika oder pharmazeutischen Prüfmitteln.

Spätestens Anfang 2018 muss eine echte Herausforderung für ERP-Systeme speziell im Bereich der Arzneimittelherstellung bzw. -Verpackung umgesetzt sein: Zum Schutz vor Fälschungen und um eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Arzneimitteln sicherzustellen, muss auf der Verpackung als Sicherheitsmerkmal ein 2D Barcode angebracht werden, der den Code des Arzneimittelherstellers, eine randomisierte Serialisierungsnummer, ggf. eine nationale Nummer für die Kostenerstattung, die Chargennummer und das Verfalldatum beinhalten wird. Dieses Sicherheitsmerkmal wird über die gesamte EU einheitlich sein.


Aus der großen Vielfalt der Produkte in der Elektroindustrie ergeben sich besondere Anforderungen an ERP Software.  Eine Branchenauswertung der Trovarit-Studie „ERP in der Praxis 2014/2015“ zeigt, worauf es beim ERP-Einsatz in der Elektroindustrie ankommt.

Wenn man die Zahl der Beschäftigten zugrunde legt, ist die Elektroindustrie die zweitgrößte Industriebranche Deutschlands. Besonders hervorstechend ist die Vielseitigkeit der Branche im Bezug auf ihre Mitglieder: unter anderem zählen dazu Hersteller von Automatisierungstechnik, Installationsgeräten und -systemen, Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik, Lichttechnik, Batterien, Sicherheitssystemen, Energietechnik, Medizintechnik oder elektronischen Komponenten und Systemen. Auch die Abläufe in vielen Firmen sind geprägt von einer großen Anzahl unterschiedlicher Artikel. Wie die anderen Branchen, hat auch die Elektroindustrie mit steigendem Kostendruck und kürzeren Produktlebenszyklen zu kämpfen. Dies schlägt sich erfahrungsgemäß unter anderem darin nieder, dass sich Geschäftsprozesse – und damit auch die Anforderungen an die ERP-Unterstützung – immer schneller ändern. Vor diesem Hintergrund ist die Zufriedenheit der Branche mit ihren ERP-Anwendungen beachtlich. Bei der aktuellen Trovarit-Studie „ERP in der Praxis: Anwenderzufriedenheit, Nutzen & Perspektiven“ bewerteten die fast 500 Teilnehmer aus der Elektroindustrie ihre Systeme insgesamt mit der Schulnote „Gut“.

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Über die Studie
Die Untersuchung „ERP in der Praxis: Anwenderzufriedenheit, Nutzen & Perspektiven“ der Trovarit AG ist die größte herstellerunabhängige Anwenderstudie zum ERP-Einsatz in Europa. Die Feldphase der Online-Befragung fand von März bis Juli 2014 statt. Die wichtigsten Kennzahlen:

Fast 2400 Befragungen wurden ausgewertet, davon etwa 500 von Anwendern aus der Elektroindustrie.
Insgesamt wurden 53 ERP-Systeme bewertet, davon 13 in der Branche Elektroindustrie.
Etwa zwei Drittel der teilnehmenden Unternehmen gehören dem Mittelstand an.
Die Teilnehmer stammen überwiegend aus Deutschland (72 Prozent), Österreich (13 Prozent) und der Schweiz (12 Prozent).
Die Befragten vertreten vor allem die Unternehmensbereiche EDV (46 Prozent), Geschäftsführung (21 Prozent) sowie Finanzen und Controlling (13 Prozent).
Die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Studie steht zum kostenlosen Download bereit unter www.trovarit.com/erp-praxis


Angesichts der großen Bedeutung von ERP-Software für den Unternehmenserfolg untersucht die Trovarit-Studie „ERP in der Praxis“ seit nunmehr 10 Jahren regelmäßig aus Sicht der ERP-Anwender, wie die ERP-Realität in Unternehmen aussieht. Bei der Jubiläumsausgabe konnte die größte unabhängige Anwenderstudie zum ERP-Einsatz in Europa mit insgesamt 2.393 gültigen Fragebögen erneut einen Teilnehmerrekord verzeichnen. Die Bewertung von über 50 ERP-Lösungen zeigt im Vergleich zu 2012 insgesamt leichte Verbesserungen der Anwenderzufriedenheit, Die Gesamtbewertung der ERP-Lösungen liegt sehr stabil bei einer uneingeschränkten Schulnote „Gut“. Bei etwas größeren Schwankungen auf gleichem Niveau liegt die Gesamtbeurteilung für die Dienstleistungsqualität.

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Spezialisierung, aktuelle Release-Stände und Kundenpflege werden honoriert

Wie in den Vorjahren schneiden „schlanke“ ERP-Lösungen, ausgesprochene Branchenlösungen und/oder Lösungen kleinerer Anbieter am besten ab, deren Kunden vor allem den kleineren und mittleren Unternehmen zuzurechnen sind (vgl. Abb. 1). Die besten Lösungen für größere Anwender finden sich dagegen im hinteren Mittelfeld.

Allerdings zeigt das Portfolio auch, dass Branchenspezialisten und kleinere ERP-Anbieter bzw. ‑Lösungen nicht zwangsläufig Spitzenwerte im Hinblick auf die Anwenderzufriedenheit erzielen. Vielmehr gibt es hier signifikante Unterschiede, deren Ursachen in der jeweiligen Software-Lösung und dem Auftreten des Anbieters am Markt zu suchen sind.

Die Studie zeigt insgesamt, dass sich die Größe und Komplexität einer ERP-Installation deutlich dämpfend auf die Anwenderzufriedenheit auswirkt. Wichtige Indikatoren sind hier die Anzahl der ERP-Anwender, der implementierte Funktionsumfang, die Zahl der an die ERP-Lösungen angebundenen Standorte und der Grad der Internationalisierung der Installation. Gründe hierfür sind ein hohes Anforderungsniveau in Verbindung mit spürbar größerem Aufwand bei auf Einführung, Wartung und (End‑)Anwenderbetreuung.

Ebenfalls nachteilig auf die Anwenderzufriedenheit wirken sich veraltete Release-Stände aus. Dieser Aspekt schlägt sich bei größeren ERP-Installationen besonders belastend nieder, da Anwender hier – offenbar aufgrund des mit dem Release-Wechsel verbundenen Aufwands – in größeren Abständen modernisieren als bei kleineren Installationen. So bewegt sich das durchschnittliche Alter der Release-Stände bei den Lösungen mit großen Kunden in der Regel bei drei und mehr Jahren während es bei Lösungen für kleinere Unternehmen bei unter einem Jahr liegt.

Zufriedenheit im Detail

Betrachtet man die Bewertungen der anderen Zufriedenheitsaspekte im Detail, ergibt sich ein sehr differenziertes Bild. Die Aspekte, auf die im Rahmen der Projektierung besonders geachtet werden muss, sind vor allem:

  • systembezogene Aspekte wie „Mobile Einsetzbarkeit“, „Formulare und Auswertungen“, „Internationalität“, „Aufwand zur Datenpflege“, „Usability/Anwenderfreundlichkeit“, „Performance“ und die „Integrationsfähigkeit über Schnittstellen“,
  • klassische Projektkenngrößen wie „Einhaltung des Budgets“, „Einhaltung des Terminplans“ und „erforderlicher Personalaufwand“ sowie
  • Support-Services wie das „Schulungs- & Informationsangebot“ oder auch die „Beratung zur Optimierung des ERP-Einsatzes“.

Dabei gibt es mit der „Mobilen Einsetzbarkeit der ERP-Software“ mit deutlichem Abstand ein neues „Schlusslicht“ unter den Zufriedenheitsaspekten. Offenbar ist es mit der uneingeschränkten Nutzung der ERP-Lösung, also „zu jeder Zeit und an jedem Ort“, bei weitem nicht so weit gediehen, wie die Anwender das heute erwarten bzw. von anderen Software-Anwendungen – nicht zuletzt auch aus dem privaten Bereich – gewohnt sind.

Aus der Gesamtschau stellt sich auch die erstmals untersuchte „Internationale Einsetzbarkeit der ERP-Software“ als Schwachpunkt dar. Angesichts eines schwachen „gut“ bestehen offenbar erhebliche Unterschiede im Hinblick auf die Möglichkeiten, mit einer Lösung z.B. die verschiedenen rechtlichen und sprachlichen Anforderungen zu adressieren, die ein internationaler Einsatz einer zentralen ERP-Lösung mit sich bringt.

Spürbare Verbesserungen der Zufriedenheit im Vergleich zum Jahr 2012 zeigen sich bei einer Reihe von Schwachstellen wie z.B. „Release-Fähigkeit“ und „Formulare & Auswertungen“ sowie beim „Engagement der Consultants im Projekt“ und dem „Support bei Release-Wechseln“. Spürbar negativ hat sich dagegen die Zufriedenheit mit der „Anwenderschulung im Rahmen der ERP-Einführung“ sowie mit dem „Schulungs- und Informationsangebot“ entwickelt.

Die differenzierte Betrachtung der Zufriedenheitsaspekte fördert schließlich zutage, dass die allgemeine Zufriedenheit mit dem ERP-System bzw. -Anbieter zwar hoch ist, es im Detail jedoch auch wichtige Kritikpunkte gibt. Sehr deutlich wird dies z.B. bei der Zufriedenheit mit dem System. Der „Gesamteindruck“ ist wesentlich besser als die Bewertung nahezu aller Einzelaspekte. Für ERP-Anbieter lässt sich daraus nicht zuletzt ableiten, dass sie auf der Suche nach Verbesserungspotenzialen ins Detail gehen müssen!

Ähnlich gelagert ist der Sachverhalt bei der Bewertung des Einführungsprojektes: Hier zeigt sich eine typische Charakteristik von Infrastrukturprojekten, bei der die Verant­wortlichen – z.T. auch aus Gründen des Selbstschutzes – im Nachgang dazu neigen, die Sachlage etwas besser zu bewerten, als sie objektiv gesehen tatsächlich ist.

Themen & Trends im ERP-Umfeld

Die Studie zeigt, dass sich Umgang und Erwartungshaltung der Anwender im Hinblick auf ERP mit der Zeit deutlich verändern. An der Spitze der Treiber und Trends rangieren 2014 Themen wie „Verbesserung der Usability“, „Mobiler ERP-Einsatz“ sowie einer „Rollen- & Kontextbasierte Benutzerführung“. Diese sind sehr unmittelbar mit der Nutzung der ERP-Software als Werkzeug für den Arbeitsalltag verbunden. Hier schlägt sich sicherlich nieder, dass es mit der Bedienerfreundlichkeit der ERP-Software in der Vergangenheit nicht so weit her war. Zahlreiche Entwicklungsinitiativen auf der Anbieterseite lassen hier für die kommenden Jahre deutliche Fortschritte erwarten.

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Der mobile Einsatz von ERP-Software ist bereits weit verbreitet – jedenfalls, wenn man darunter die Nutzung über das Internet per Laptop versteht. Der Einsatz über das Smartphone oder den Tablet-PC setzt aufgrund des beschränkten Platzangebotes und ggf. Bedienung über den Touch-Screen eine völlig neue Oberflächengestaltung voraus, an der eine Reihe von ERP-Anbietern derzeit noch fieberhaft arbeiten. Ebenfalls problematisch ist es derzeit noch um die „Offline-Fähigkeit“ der ERP-Anwendungen bestellt, die angesichts der Lücken in den Mobilfunknetzen durchaus ene Notwendigkeit darstellt.

Auf den Plätzen des Themen-Ranking folgen „Internationalisierung“ (ca. 20%), „Enterprise Application Integration bzw. Schnittstellenmanagement“ (ca. 19%) und ein umfassendes „Enterprise Information Management“ (ca. 15%). Daraus lässt sich durchaus ein spürbarer Trend zu mehr Durchgängigkeit in der Informationsversorgung ableiten – sei es über Unternehmensebenen, Aufgabenbereiche oder auch Standorte und Regionen hinweg. Ziel ist es offenbar, die Ressource „Information“ zukünftig deutlich umfassender und auch gezielter zu bewirtschaften.

Einige der Themen, die in den einschlägigen Fachmedien und –kreisen sehr hoch gehandelt werden, offenbaren dagegen noch deutlichen (Er-)Klärungsbedarf: So messen nur 5,7% der Befragten dem „Cloud Computing“ eine große Relevanz zu, wenn es um ERP geht. Bei „Social Media“ sind es sogar nur 5,2% und „Industrie 4.0“ landet mit mageren 4,1% am Ende der Liste der Treiber für Veränderungen des ERP-Einsatzes. Hier besteht noch hoher Erklärungsbedarf, da fast 40% der Befragten mit dem Begriff „Industrie 4.0“ (noch) nichts anfangen können. Letzteres gilt in ähnlichem Maße für Themen wie „Big Data“ oder „Bring Your Own Device/BYOD“.

Anforderungen an ERP-Systeme

Dementsprechend tauchen bei den genannten Anforderungen an ERP-Systeme diese Begriffe selten auf, wenn sie sich auch zum Teil hinter Aspekten wie z.B. „Moderne Technologie“ verstecken mögen.

Die wichtigste Anforderung bei der Auswahl einer ERP-Lösung war bei allen bisherigen Untersuchungen und bleibt auch weiterhin die „Funktionale Eignung“, die in ca. 70% der Projekte als ausschlaggebend genannt wurde. Erst mit einigem Abstand folgen „Praktikabilität/Mittelstandseignung“ (ca. 41%) und „Flexibilität der Software“ (ca. 40%).

Der Aspekt „Flexibilität“ hat in den vergangenen Jahren allerdings deutlich an Bedeutung gewonnen (Vergleich Projekte aus 2003 vs. 2013: bei +11,4% der Projekte ausschlaggebend). Ähnliches gilt für „Man kennt sich schon/Beibehaltung des Lieferanten“ (+9,7%), „Geringe Anschaffungskosten“ (+5,8%), „Usability/Anwenderfreundlichkeit“ (+4,7%), „Mobile Nutzbarkeit“ (+4,1%) und „Internationale Ausrichtung der Software“ (+3,5%).

Die „Release-Fähigkeit“ der Software und die „Betriebskosten“ sind dagegen weniger ausschlaggebend, wenn es um die Anschaffung einer neuen ERP-Lösung ging. Dies scheint sich in der Folge zu rächen, da z.B. der „Aufwand bzw. Support bei Release-Wechseln“ überdurchschnittlich stark kritisiert werden. Offenbar sind derartige Leistungskriterien den Anwendern aber in der Auswahlphase entweder nicht gegenwärtig oder aber einfach schlecht zu greifen, so dass sie kaum berücksichtigt werden (können).

In Abhängigkeit der Unternehmensgröße unterscheiden sich die Anforderungsschwerpunkte zum Teil recht deutlich. Größere Unternehmen legen überdurchschnittlich viel Wert auf „Funktionaliät“, „Moderne Technologie“, „Technologieplattform der ERP-Lösung passt zu den Vorgaben der IT-Strategie“ und „Internationale Ausrichtung der Software“. Darüber hinaus ist größeren Unternehmen die „Wirtschaftliche Perspektive des Anbieters“ und eine „große Verbreitung der ERP-Software“ besonders wichtig. Kurz: Größere Unternehmen legen sehr großen Wert auf alle Aspekte, die „Investitionssicherheit“ und einen effizienten IT-Betrieb belegen. Kleinere Unternehmen legen überdurchschnittlich viel Wert auf die „Mittelstandseignung“ und die „Bedienerfreundlichkeit“ der Software. Darüber hinaus spielen die regionale Nähe sowie das Auftreten des Anbieters eine überdurchschnittliche Rolle. Kurz: Bei kleineren Unternehmen stehen der unmittelbare Nutzen und die Praktikabilität der ERP-Software deutlich stärker im Vordergrund.

Download Management Summary

Das Management Summary mit den wichtigsten Ergebnissen der Studie steht unter folgendem Link zum kostenlosen Download zur Verfügung: www.trovarit.com/erp-praxis


Deltek, einer der weltweit führenden Anbieter von Unternehmenssoftware und Informationslösungen für professionelle Dienstleistungsunternehmen, meldet in einer Pressemitteilung vom 29. Juli 2014, dass er TECOSIM als Kunden für seine branchenspezifische ERP-Lösung Deltek Maconomy (ERP = Enterprise Resource Planning) sowie die Ressourcenplanungssoftware Deltek People Planner gewinnen konnte.

Als einer der weltweit führenden Anbieter für Computer Aided Engineering (CAE), beschäftigt TECOSIM weltweit rund 400 Berechnungsingenieure und erarbeitet Lösungen in den Bereichen Mobilität, Energie, Industrie & Technik sowie Gesundheit. Um dem weiteren geplanten Wachstum gerecht zu werden benötigt das Unternehmen eine integrierte Lösung. Die ERP-Lösung Deltek Maconomy wird sowohl in den inländischen Niederlassungen in Deutschland als auch in den ausländischen Tochtergesellschaften einsetzen, um die Prozesse für das Finanzmanagement, das Projektmanagement und die Ressourcenplanung zu verbessern und die Projektrentabilität zu optimieren.  Die bisherigen Systeme werden durch die neue ERP-Software ersetzt.

Die Auswahl der passenden ERP-Software wurde durch die Trovarit AG, Aachen, begleitet, die sich auf Business Software-Projekte spezialisiert hat und mit dem IT-Matchmaker® (www.it-matchmaker.com) ein leistungsfähiges Werkzeug für die Auswahl und Ausschreibung von Software-Projekten anbietet.

Mit Deltek Maconomy kann TECOSIM nun komplexe Projekte mit einer integrierten Lösung durchführen und verwalten. Ein entscheidender Vorteil von Deltek Maconomy und People Planner sind die Mehrwährungsfähigkeit und die unternehmensübergreifende Abrechnungsfunktion. Diese ermöglichen auch internationale Projekte effizient abzuwickeln. So erhält TECOSIM eine integrierte Komplettlösung für das Projekt- & Finanzmanagement, inkl. tagesaktueller Projektinformationen.

„Nach Abschluss eines umfassenden Prüf- und Auswahlprozesses haben wir uns für Deltek als Anbieter entschieden. Das Unternehmen kennt unsere Branche genau. Überzeugt haben uns darüber hinaus die internationale Ausrichtung, das erfahrene Team und die vielen positiven Kundenreferenzen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit,“ so Jürgen Veith, Vorstand von TECOSIM.

„Wir sind stolz, mit TECOSIM ein weiteres Engineering-Unternehmen als Kunden gewonnen zu haben. Unser Ziel ist es, in Deutschland mehr Unternehmen mit Projektgeschäft mit unseren Lösungen auszurüsten. Dabei hilft uns neben unserer Präsenz auf diesem Markt auch unsere breite Palette an maßgeschneiderten Angeboten. Unsere Produkte sind auf Unternehmen wie TECOSIM ausgerichtet,“ so Claus Thorsgaard, Geschäftsführer Deltek Deutschland GmbH und EVP & General Manager, Deltek Professional Services.


Nicht selten bieten ERP-Hersteller inzwischen auch integrierte ECM/DMS-Module an und decken damit Funktionen wie das Archivieren von oder das Suchen in Dokumenten ERP-seitig ab. Damit stellt sich für IT-Verantwortliche die Frage, ob eine zusätzliche ECM/DMS-Lösung überhaupt noch einen Mehrwert bietet. Die Diskussion der unterschiedlichen Vorteile der Strategien „Best-of-Breed“ und „Alles aus einer Hand“ ist nicht neu – eine pauschale Antwort darauf, welches der bessere Ansatz ist, wird sich wohl auch nicht so bald finden lassen. Trotzdem ist es vor einer Entscheidung für den einen oder den anderen Weg natürlich unabdingbar, die Unterschiede zu kennen. Zunächst einmal: ECM-Systeme (Enterprise Content Management) dienen dazu, unstrukturierte Inhalte innerhalb des Unternehmens zu verwalten und nutzbar zu machen. ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) hingegen dienen der Verwaltung strukturierter Daten. Dennoch haben mittlerweile viele ERP-Systeme ECM/DMS-Funktionalitäten integriert. Diese sind aber im Vergleich zu spezialisierten ECM/DMS-Lösungen nicht so leistungsfähig.

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Eine zentrale Funktion, wenn es um Dokumentenverwaltung geht, ist die Archivierung. Wie die Marktanalyse im aktuellen „Marktspiegel Business Software ECM/DMS“ zeigt, bieten im Gegensatz zu ECM/DMS-Lösungen nur sehr wenige ERP-Systeme entsprechende Funktionalitäten an. Besonders wenn es sich um die vom Gesetzgeber vorgeschriebene rechts- bzw. revisionssichere Datenarchivierung und der E-Mail-Archivierung handelt. Selbst mittlerweile vielfach geforderte Verwaltungsfunktion des Check-in/Check-out, sind in aktuellen ERP-Systemen nur selten zu finden.


Mit der Kampagne „ERP 2020“ wirft der VDMA, gemeinsam mit den Partnern Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen und Trovarit AG einen Blick in die Zukunft von ERP Software. Welche Entwicklungen sind zu erwarten? Welche neuen Anforderungen lassen sich jetzt schon in Unternehmen der Branche Maschinen- und Anlagenbau vorhersehen und wie bereiten die ERP Anbieter ihre Software darauf vor? ERP Software ist in den Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus zur Selbstverständlichkeit geworden, zur allgegenwärtigen „commodity“, wie Strom aus der Steckdose. Aber wie beim Strom gilt auch bei der ERP Software: ohne läuft nichts. Denn als informationstechnisches Rückgrat sämtlicher kaufmännischer Prozesse ist es in den meisten Unternehmen unverzichtbar geworden. Deshalb sind Projekte zur Einführung einer neuen ERP Software so gefürchtet und gleichzeitig so notwendig: Gefürchtet, weil der Eingriff in ein so komplexes System immer mit einem hohen Risiko behaftet ist; Notwendig, weil sich die Geschäftsprozesse mit der Zeit ändern und die ERP Software diesen Änderungen folgen muss, wenn sie weiterhin als nützliches Werkzeug wirken soll. Die Kampagne „ERP 2020“ will mit verschiedenen Maßnahmen einen Dialog zwischen IT-Anbietern und -Anwendern initiieren und fördern. Es geht darum, die Potenziale und Möglichkeiten von ERP Software vor dem Hintergrund neuer funktionaler Anforderungen, technischer Möglichkeiten und geänderten Nutzerverhaltens zu erkennen, zu formulieren und gemeinsam mit den Software-Herstellern zu entwickeln. Erste Befragungen von Anwendern und Anbietern zum Thema ERP 2020 haben drei Schwerpunktthemen ergeben, die eng miteinander zusammen hängen. Es handelt sich hierbei um die Themen mobility, usability und connectivity. Dabei ist das ortsungebundene Arbeiten (mobility) ganz klar der Treiber. Nicht nur der Vertrieb und der Service arbeiten heute außerhalb des Unternehmens. Mit der Mobilität kommen moderne Endgeräte ins Spiel, die sich von ihrer Oberflächengestaltung und Ergonomie (usability) her an ganz neuen Maßstäben orientieren und dies auch immer stärker von den ERP Systemen fordern. Schließlich bedingt diese neue Mobilität, dass man jederzeit und überall auf die Unternehmenssoftware zugreifen kann (connectivity). Der VDMA plant gemeinsam mit seinen Partnern verschiedene Maßnahmen, um diese Themen weiter zu erörtern und die Anforderungen der Anwender den Lösungsansätzen der Anbieter gegenüberzustellen. Die nächsten ERP 2020 Events:

CeBIT 2014: Das ERP Forum & die Guided Tours (10.-14. März, Halle 5) stehen unter dem Motto „ERP 2020 – Mobility, Usability, Connectivity“ Weitere Infos und Programm
VDMA Hausmesse (14. Mai, Flörsheim) Den auf der Hausmesse vertretenen Anbietern wird eine Aufgabenstellung vorgegeben, die sie mit ihren Software Lösungen abbilden müssen. In diesem Jahr wird das Szenario aus dem Bereich Servicemanagement stammen


Ein „Gap“ ist eine Lücke, Spalte, ein Riß oder Loch, so sagt der Langenscheidt, wohl bekannt als Wörterbuch. „Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist“ so formuliert sehr treffend K. Tucholsky (kein Programmierer oder Software Entwickler aber ein scharfer Denker), der zu seiner Zeit noch nichts von ERP- oder PPS-Systemen wußte und ahnte. Bei letzteren spricht man von einem Gap (Loch), wenn sie einen bestimmten Bereich nicht abdecken, wenn eine wichtige Funktion fehlt, wenn ein Prozess einen Riß hat, nach der Meinung sachkundiger Anwender. Bekannterweise gibt es in ERP-, PPS- und Warenwirtschaftssystemen viele solcher Löcher. Und dem oben erwähnten Tucholsky tat es damals schon leid, daß das Loch alleine nicht vorkommt; es sei immer der ewige Kompagnon des Nicht-Lochs. Das bedeutet für uns IT-ler, ohne das Loch im System, gäbe es dieses nicht. Sehr tröstlich für alle Entwickler. Man könnte also geradeheraus folgern, es gibt so viele IT-, ERP- und ähnliche System, weil es so viele Löcher darin gibt. Am merkwürdigsten (wohl gemerkt) am Loch ist jedoch der Rand: er gehört nicht mehr zum Loch aber noch zum System, also zum Etwas, etwas das da ist, sieht aber beständig in das Nichts und dabei könnte es ihm schwindlig werden, dem System (oder den Software-Entwicklern?). Trotz des Nichts des Loches hat dieses also einen festen Rand, ein fixes Envirement. Dafür gibt es kein Wort in unserer Sprache. Aber die Loch-Leute, das sind jene, die sich mit den Gaps beruflich befassen, die unendliche Gap-Analysen machen, sich also permanent mit dem Nichts befassen, diese Loch-Leute sprechen ihre eigene Sprache. Sie sind so etwas wie kleine ERP-PPS-Philosophen; denn Philosophen befassen sich immer lieber mit dem Nichts als mit dem Etwas. Ein lückenloses ERP- oder Warenwirtschaftssystem ist für sie uninteressant. Sie befassen sich lieber mit solch unlösbaren Problemen einer Software-Lösung z. B. wenn zwei Löcher (Gaps) nebeneinander liegen: ist es dann ein Gap oder zwei, gehört dann der rechte Rand zum linken und der linke zum rechten Gap? Wenn man an ein komplexes IT-System denkt, kann man nur sagen, deren Sorge möchten wir haben. Das Loch oder Gap (wie Sie wollen) ist also der Grundpfeiler eines jeden ERP/PPS-Systems; und so ist es denn auch! Schade, daß es keine halben Löcher gibt, die haben die Loch-Leute noch nicht entdeckt. Wenn man sich also mit IT-Systemen befaßt, zum Beispiel mit der Auswahl oder der Einführung, steht man immer schon mit einem Bein im Loch: das ist das Ergebnis der Gap-Analyse. Darum noch einen Hinweis an die Gap-Analysten: es gibt Dinge – hoffentlich nicht das IT-System – die werden durch ein winziges Löchlein entwertet (Beispiele: der Fahrschein, der Luftballon, die Jung…..) „Lochen Sie nicht“ ! Aber verzeihen Sie mir diese kleine Psychologie des Gaps, ich wollte hier nur ein Loch ausfüllen.