Die Vision von Industrie 4.0

Eine Maschine stellt dank ihrer umfänglichen Sensorik einen Produktfehler fest. Sie entscheidet selbstständig, ob das Werkstück repariert werden kann, ob es entsorgt werden muss oder ob es zunächst von einem Techniker begutachtet werden muss. Die entsprechenden planungsrelevanten Informationen gibt die Maschinensteuerung automatisch an höher gelagerte IT-Systeme weiter. Jetzt kann z.B. das Manufacturing Execution System (MES) die Feinplanung an die neuen Voraussetzungen in Echtzeit anpassen. Maschinen, die im Fertigungsprozess folgen, werden via MES über den Ausfall bzw. die Verzögerung informiert und können ihre Reihenfolgeplanung entsprechend korrigieren. Gleichzeitig kann das Enterprise Resource Planning (ERP-) System im Bedarfsfall Ersatz-Rohware disponieren bzw. Reparaturaufträge erzeugen. Das ERP-System kann auch prüfen, ob durch den Produktfehler Liefertermine verletzt und Kunden entsprechend informiert werden müssen.


In vielen produzierenden Unternehmen steht kurz- bis mittelfristig die Modernisierung ihrer ERP PPS Lösung an. Die häufigsten Auslöser für ERP Projekte sind dabei

  • das Alter der vorhandenen ERP PPS Software
  • die Unzufriedenheit der Anwender mit der ERP PPS Software bzw. dem Anbieter (Wartungspartner) der ERP PPS Software sowie
  • die Unfähigkeit der vorhandenen ERP PPS Infrastruktur, neue Anforderungen abzudecken, die sich aufgrund geänderter Geschäftsprozesse oder einer geänderten Gesamtausrichtung des Unternehmens (z.B. Übernahmen bzw. Verkauf von Unternehmensteilen) ergeben.

Von einem neuen bzw. modernisierten ERP PPS System erwarten die Unternehmen Unterstützung für eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre: die Steigerung der Effizienz und Schnelligkeit der Unternehmensprozesse. Es gilt dabei nicht nur, die richtigen Informationen wie in einer „gläsernen Fabrik“ vorliegen zu haben sondern diese Informationen auch in „Echtzeit“ in den Planungs- und Steuerungsprozessen verwenden zu können. Einen zentralen Aspekt stellt dabei vermehrt die vertikale Integration der Planungsebenen von der Ressourcengrobplanung bis zur Feinplanung und -steuerung dar. Vor dem Hintergrund der Komplexität der betrieblichen Auftragsabwicklungsprozesse in produzierenden Unternehmen einerseits und der meist langfristigen Nutzungsdauer andererseits, sollte die Investition in ein ERP PPS System jedoch auf eine solide Grundlage gestellt werden. Und das ist gar nicht so einfach: Ganz abgesehen davon, dass die meisten Unternehmen wenig bis keine Erfahrung mit der Auswahl eines ERP PPS Systems haben, spielen viele interne Aspekte (Strategie, Unternehmenspolitik, Funktionalität, Budget, Ausgangslage etc.) in die Entscheidung hinein. Hinzu kommt, dass auch die andere Seite – der Markt für ERP PPS Systeme – einige Herausforderungen bereithält. Nicht zuletzt geistern die verschiedensten Hypes und Modeworte durch Fachzeitschriften und Produktinformationen, so dass es immer schwieriger wird, echte Innovationen und für das eigene Unternehmen passende Konzepte herauszufiltern. Hier setzt der „Aachener Marktspiegel Business Software ERP/PPS 2013/2014“ an, der anlässlich der 20. Aachener ERP-Tage 2013 vom Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) und Trovarit AG erschienen ist. Auch in seiner 7. Neuauflage bietet der Marktspiegel wieder beides: fundierte Tipps zur Vorgehensweise bei ERP PPS Auswahlprojekten sowie Orientierung auf dem undurchsichtigen Markt für ERP PPS Software. Was können die Systeme, wo gibt es Lücken in der Prozessunterstützung, welche branchenspezifischen Anforderungen werden von den verfügbaren Lösungen abgedeckt – diese Fragen werden dabei genauso thematisiert wie bewährte Methodiken und Fallstudien zur Systemauswahl.