Industrie 4.0

software markt 05/2013

Liebe Leserinnen und Leser,

unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ beschäftigt derzeit das Phänomen der zunehmenden Digitalisierung von Produktion und Logistik Medien, Politik und – letztlich am wichtigsten – verstärkt auch die Unternehmen: Nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automatisierung wird mit dieser „4. Industriellen Revolution“ die Fusion von Produktion und IT-Welt umschrieben. In der Praxis bedeutet dies die weitgehend IT-gestützte Umsetzung von Konzepten wie der „Zustandsabhängigen Instandhaltung“ oder des „Elektronischen Kanban“. Im Interesse der Effizienz und Qualität der Prozesse, sind diese eingebettet in eine durchgängige Software-Infrastruktur, die sich von der Werkstatt (z.B. via MES-Lösungen) über die Unternehmensplanung und -steuerung (ERP und BI) bis hin zu Lieferanten und Kunden (xRM und Social Media) erstreckt.

Dabei sind sich die Experten einig: Die „Industrie 4.0“ kommt zunächst einmal eher evolutionär daher. Es wird wohl mindestens noch 15 Jahre dauern, bis zentrale Herausforderungen wie die Formulierung von Normen und Standards für Prozesse und Schnittstellen, die Qualifizierung von Mitarbeitern und die Etablierung von Standards für die IT-Sicherheit weitgehend bewältigt sind.

Angesichts der Potenziale – im Raum stehen Effizienzgewinne jenseits von 30% – machen sich bereits viele Unternehmen auf den Weg in Richtung „Industrie 4.0“. Sie investieren in MES- und MDE-Lösungen um schneller auf die Gegebenheiten in der Produktion reagieren zu können. Gleichzeitig befassen sich viele Unternehmen mit der Frage nach einer Modernisierung ihrer ERP-Applikation bzw. deren gezielter Ergänzung in der „Peripherie“ (z.B. BI, CRM, Dokumentenmanagement).

Die Erfahrung zeigt, dass es in der Praxis schwer fällt, sinnvolle Maßnahmen zu identifizieren, zu priorisieren und terminlich zu strukturieren. Probleme bereiten u.a. unklare Nutzenpotenziale, Maßnahmenumfänge und gegenseitige Abhängigkeiten. Offenbar fehlt es vielfach an einer übergeordneten, eher strategischen Sicht auf die Software-Landschaft in den Unternehmen, die – einer Roadmap gleich – einen mittelfristigen Handlungs- und Orientierungsrahmen auf dem Weg zu „Industrie 4.0“ bietet.

Mit diesem Newsletter greifen wir daher einige der o.g. Themen auf. Verschiedene Fachbeiträge, Veranstaltungshinweise und Studientipps sollen Ihnen einige Ansatzpunkte bieten, wie man sich der mittelfristigen Planung von Maßnahmen zur Gestaltung der Lösungslandschaft im Unternehmen nähern kann bzw. welche Fragestellungen in diesem Zusammenhang zu beantworten sind.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern interessante Lektüre!
Ihr
Karsten Sontow 

Fachartikel

Nutzungsgrad von ERP-Systemen im Mittelstand
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Oberländer, CERPOS GmbH
Erschienen: software markt 05/2013
Dateigröße: 83,65 KB
Es gibt Firmen, die ein ERP-System als Rückgrat des Unternehmens verstehen und entsprechend mit dem Thema ERP umgehen. Dies zeigt sich vor allem in dem Verständnis, dass ein ERP-Projekt keine einmalige Angelegenheit ist, sondern ein dauerhaftes Projekt. Demgegenüber gibt es Firmen, die ein ERP-System, eher als ein Stück Software ansehen, das benötigt wird, um die täglichen Aufgaben des Unternehmens abzuarbeiten. Nach der Inbetriebnahme wird oft jahrelang nicht nach Optimierungspotenzialen gesucht und entsprechend investiert. Zu welcher Gruppe gehört Ihr Unternehmen? Machen Sie den Selbstcheck!
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Softwareausbau wird durch externe und interne Faktoren erforderlich
Autor: Peter Rösch, Rösch Unternehmensberatung
Erschienen: software markt 05/2013
Dateigröße: 65,53 KB
Wirkung von Veränderungen erkennen und richtige Prioritäten setzen Ein Softwareausbau wird durch externe und interne Faktoren erforderlich. Es gilt die Wirkung dieser Veränderungen auf die Softwarelandschaft zu erkennen und die richtigen Prioritäten bei den erforderlichen Maßnahmen zu setzen. Externe Faktoren, wie neue gesetzliche Regelungen oder interne, wie eine geänderte Organisation können die Auslöser sein. Ob dabei vorhandene Softwaremodule geändert oder neue Softwaremodule hinzugefügt werden gilt es herauszuarbeiten. Der Softwareausbau wird damit zu einer regelmäßigen Aufgabe im Unternehmen.
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Prozess-Reifegradanalyse im IT-Umfeld
Autor: Ullrike Buhl, FCS Consulting GmbH
Erschienen: software markt 05/2013
Dateigröße: 443,19 KB
Die meisten IT-Organisationen haben sich bereits mit der Einführung von Prozessen und dann sehr schnell auch mit IT Service Management (ITSM) bzw. der ITIL® Best Practices beschäftigt. Prozesse werden - häufig im Rahmen von größeren Projekten - definiert, mit Rollen besetzt, durch Tools unterstützt und eingeführt. Probleme entstehen häufig dann, wenn die Prozesse nicht "gelebt" werden und deshalb nicht ihr volles Potenzial entfalten oder sogar zu einer Verschlechterung der Situation führen. Das Projekt "versandet" und mit ihm die investierten finanziellen und personellen Investitionen. Hier setzt die Prozess-Reifegradanalyse an, die zur Positionsbestimmung sehr gut geeignet und vielseitig nutzbar ist.
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Der Nachweis des wirtschaftlichen Erfolgs von ERP-Systemen – Teil I
Autor: Dr. Christian E. Riethmüller, RiConsult
Erschienen: software markt 05/2013
Dateigröße: 138,79 KB
Es klingt stets selbstverständlich und trivial, dass der wirtschaftliche Erfolg eines ERP-Systems nachgewiesen werden kann. Aber Hand auf's Herz: Können Sie ad hoc aufzeigen, wie erfolgreich Ihr ERP-System ist oder wie erfolgreich Sie mit Ihrem ERP-System arbeiten? Es geht um Datenqualität, Datenmodelle in ERP-Systemen und Tools, um den Status Quo einer Anwendung abzustecken und zu bewerten. Dieser Fachbeitrag (als Teil I) betrachtet den Status Quo eines Unternehmens; es ist ein ERP-System installiert, und die qualitative Aussage, das System läuft gut, soll durch Messwerte erhärtet werden.
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Prozessualität in ERP-Systemen
Autor: Dr. Christian E. Riethmüller, RiConsult
Erschienen: software markt 05/2013
Dateigröße: 701,26 KB
Der Fachbeitrag zeigt eine Abgrenzung zwischen BPM und BPM-Workflow sowie ERP und ERP-Workflow. Es geht um eine Koexistenz zweier möglicherweise umfangreicher Systeme, die sich im Kostengleichgewicht befinden müssen, wenn sie erfolgreich in das Unternehmen hineinwirken sollen.
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ERP erneuern und IT-Investitionen sichern mit System
Autor: Dr. Karsten Sontow und Peter Treutlein, Trovarit AG
Erschienen: software markt 05/2013
Dateigröße: 108,75 KB
Cloud, Business Apps, Social Networks, zunehmende Digitalisierung, E-Bilanz...Wenn Unternehmen angesichts dieser Flut von Trends und neuer gesetzlicher Vorgaben derzeit ihre ERP-Infrastruktur erneuern wollen - sei es durch Modernisierung der vorhandenen oder durch Anschaffung einer neuen Lösung - dann sollten sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: ERP ist letztlich ein Werkzeug, das hilft, Strategien zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen mit Leben zu füllen.
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Marktspiegel Business Software MES – Übersicht und Erfahrungen
Autor: Thomas Wochinger, Andreas Kluth, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA)
Erschienen: software markt 05/2013
Dateigröße: 135,7 KB
Der Wettbewerbsdruck auf produzierende Unternehmen in Deutschland steigt kontinuierlich. Als Schlüssel zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit erweist sich neben der (Weiter-)Entwicklung innovativer Produkte oder dem Einsatz innovativer Fertigungstechnologien insbesondere die konsequente Erschließung von Optimierungspotentialen im Bereich der Produktion. Dabei gewinnen MES-Lösungen (Manufacturing Execution Systems) bei produzierenden Unternehmen weiter an Bedeutung und Verbreitung. Sie stellen innerhalb eines Unternehmens das Bindeglied zwischen der kommerziellen Unternehmenssoftware (z.B. ERP-System) und der Ausführungsebene des Produktionsprozesses (Shop Floor) dar.
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