Digitalisierung bringt neuen Schwung in (alt-)bekannte Ideen

software markt 09/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

vor etwa 20 Jahren soll Dr. Heinrich von Pierer, damaliger Vorstand von Siemens, gesagt haben: „Das papierlose Büro wird ebenso wenig kommen wie das papierlose Klo.“ Und bis vor kurzem werden ihm wohl die meisten, die sich mit dem Thema aus Anwender- oder Expertensicht befasst haben, zumindest im Stillen beigepflichtet haben. Wer allerdings die Entwicklungen der letzten Jahre beobachtet hat, muss eigentlich wieder Hoffnung geschöpft haben, dass sich dieser alte Traum doch noch verwirklichen lässt.

Mit der wachsenden Akzeptanz einer zunehmend digitalisierten Welt, günstigen und vor allem leistungsfähigen Speichermedien, ausgereiften Hard- und Softwarelösungen  sind die wichtigsten Voraussetzungen für den Umstieg auf das digitale Büro geschaffen. Dass der Abbau von papierbasierten Prozessen im Personalwesen, bei der Rechnungbearbeitung, der Archivierung, dem Wissensmanagement etc. kein Selbstzweck ist, sondern erheblich zur Prozessoptimierung und Kostensenkung beiträgt, ist dabei theoretisch ebenso wie praktisch vielfach belegt.

So zeigt dann auch eine repräsentative Umfrage des Bitkom unter mehr als 700 Unternehmen in Deutschland, dass insbesondere größere Unternehmen (ab 500 Mitarbeitern) schon heute viele Aufgabenbereiche digital unterstützen. 81 Prozent dieser Unternehmen haben ein unternehmensweites Enterprise Content Management (ECM) oder Dokumentenmanagementsystem (DMS) im Einsatz. Der Mittelstand hat hier zwar noch deutlichen Nachholbedarf, ist sich dessen aber offensichtlich bewusst: Fast jedes fünfte mittelständische Unternehmen mit 20 bis 499 Mitarbeitern (18 Prozent) gibt aktuell an, in nächster Zeit Investitionen in eine entsprechende umfassende Softwarelösung tätigen zu wollen. Weitere 8 Prozent planen Ersatz- oder Erweiterungsbeschaffungen. (Die Studienergebnisse finden Sie direkt beim Bitkom oder auf der Internetseite des Trovarit Competence Centers ECM/DMS.

Wenn auch Sie derzeit über Investitionen in Unternehmenssoftware nachdenken oder sogar schon ein konkretes Projekt geplant haben, geben Ihnen die Beiträge der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters wieder hilfreiche Hinweise zu aktuellen Themen und Trends rund um den „software markt“.

In diesem Sinne wünsche ich spannende Lektüre!

Ihr

Karsten Sontow

 
Fachartikel

Digitalisierung will gute Prozesse
Autor: Dipl.-Ing. Peter Rösch, Rösch Unternehmensberatung
Erschienen: software markt 09/2017
Schlagworte: Digitalisierung, Geschäftsprozessmanagement, Prozessmanagement
Digitalisierung ist in aller Munde. Doch was bedeutet Digitalisierung? Es ist nicht die gescannte Eingangsrechnung, es sind durchgängige Datenketten und die brauchen gute Prozesse. Deshalb gilt es zuerst alle Prozesse zu durchforsten und für die Zukunft einfache Prozesse zu entwickeln. Einfache Prozesse sind gute Prozesse, komplizierte Prozesse sind schlechte Prozesse.
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Mutig bis selbstbewusst
Status quo der Archetypen der digitalen Transformation
Autor: Anne Bernardy, Leiterin Smart Systems Innovation Lab, und Mona Helmchen, FIR e. V. an der RWTH Aachen
Erschienen: software markt 09/2017
Schlagworte: Digitale Transformation, Digitalisierung
Die Digitalisierung verändert den Alltag erheblich, auch die Gestaltung von Produkten und, damit einhergehend, den Geschäftsmodellen der Unternehmen. In diesem Zeitalter verkaufen führende Unternehmen zunehmend Leistung statt physischer Güter. Jedoch stellt die Dematerialisierung des Geschäftsmodells eine große Herausforderung dar, der sich Unternehmen auf unterschiedliche Weise nähern. Der vorliegende Artikel verspricht einen Überblick über die Archetypen der Digitalisierung und deren Strategien zur Transformation.
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MES - Echtzeitfähige Planung, Steuerung und Kontrolle der Produktion
Autor: Philipp Wetzchewald und Ben Lütkehoff, Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e.V. an der RWTH Aachen
Erschienen: software markt 09/2017
Dateigröße: 233,59 KB
Manufacturing-Execution (ME)-Systeme wirken als Bindeglied zwischen Shopfloor und ERP-System. Das Zusammenspiel dieser beiden Systemwelten muss insbesondere vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Verarbeitungsfrequenzen zugrundeliegender und im Zuge dieses Prozesses entstehender Daten und Informationen gestaltet werden. Ber Beitrag nennt die wesentlichen Faktoren.
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Wie Product Information Management (PIM) zielgruppenspezifische Kommunikation vorantreibt
Autor: Berthold Lütticke, Trovarit Competence Center ECM/DMS
Erschienen: 03.07.2017, IT-Matchmaker.guide ECM/DMS Lösungen
Schlagworte: Handel, Produktinformationen, Produktinformationsmanagement (PIM), Zielgruppenspezifische Kommunikation
Die neuen Chancen des Internets wurden von Handel und Herstellern zunächst mittels Massenkommunikation und schlichten E-Commerce-Anwendungen genutzt. Aus der Massenkommunikation entwickelt sich immer mehr eine zielgruppenspezifische Kommunikation. Informationen (Bilder, Texte, etc.) zu Produkten müssen also für verschiedene Zielgruppen vorliegen. Eine echte Herausforderung, die ohne geeignete Unterstützung kaum zu meistern ist. Aus diesem Grund wurden sogenannte Produktinformationsmanagement (PIM) Systeme entwickelt und die Nachfrage nach diesen Systemen steigt.
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