Firmen in der Automobilbranche bewerten ihre ERP-Lösungen tendenziell kritischer als die Anwenderfirmen insgesamt. Das zeigt eine exklusive Branchenauswertung für die „Produktion“ durch die Trovarit AG im Rahmen der Studie „ERP in der Praxis 2014“. Offenkundig verlangt die Schlüsselindustrie Automotive ihren Systemen mehr ab als der Durchschnitt.


Die Trovarit ist Spezialist für Projekte im Umfeld von Business Software und hat sich insbesondere einen Namen als verlässlicher, neutraler Partner bei der Evaluation, Einführung und Einsatzoptimierung von ERP Lösungen gemacht. Jetzt haben die Aachener ein eigenes ERP/CRM-Projekt aufgesetzt, um ihre Prozesse besser zu unterstützen.

Ausgangslage: Heterogene Software-Landschaft
Wie die meisten Start-ups, insbesondere in der Dienstleistungsbranche, führte auch die Trovarit AG direkt nach der Firmengründung im Jahr 2000 mit MS Excel das meistgenutzte ERP-System der Welt ein. Für das Kundenkontaktmanagement wurde nach kurzer Zeit zusätzlich Cobra Adress+ eingeführt. Seit 2009 nutzt die Trovarit für das Finanzwesen Datev – Unternehmen Online in Verbindung mit den Dienstleistungen des Steuerberaters. Das „Trovarit-Projektportal“, eine selbst entwickelte Online-Lösung dient für Projektmanagement und -Abrechnung. Insgesamt alles gute Lösungen, die die Trovarit-Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt haben.

Aber auch ein ziemlich bunter Strauß von Lösungen, der immer wieder durch eigenes Customising aufgefrischt und erweitert wurde: da wurde „angeflanscht“ oder „reingefrickelt“, „totgeschaltet“ und „hart-verdrahtet“ – dieses spezielle Entwickler-Vokabular für vorläufige Maßnahmen, die dann langfristig im Einsatz bleiben, dürfte vielen bekannt sein.

Heute, nach 15-jähriger Weiterentwicklung der Geschäftsfelder und mit mehr als 15 Standorten im In- und Ausland, sind die Anforderungen an die Software-Unterstützung der Prozesse so weit gestiegen, dass eine neue Lösung her muss.

Keine Angst vor ERP Projekten

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Das Projekt „Minerva“ wird dabei eine echte „Probe auf’s Exempel“ für die Trovarit AG, denn die Verfahren und Werkzeuge, mit denen ihre Mitarbeiter Unternehmen verschiedenster Branchen und Größenordnungen bei der Auswahl und Einführung von ERP Software unterstützen, kommen jetzt natürlich auch zum Einsatz. Auch wenn sich alle Projektbeteiligten sicher sind, dass sich die Tools und Services ohne Probleme bewähren werden, kann ein wenig überirdischer Beistand nicht schaden. Mit Minerva hat sich die Trovarit die Beschützerin der Handwerker und des Gewerbes, Schutzgöttin der Dichter und Lehrer, Göttin der Weisheit, der taktischen Kriegsführung, der Kunst und des Schiffbaus sowie Hüterin des Wissens als Patin ausgesucht.

Der komplette Selbsttest wird offen und ehrlich im eigens eingerichteten Projekt-Blog dokumentiert: www.trovarit.com/minerva


Deltek, einer der weltweit führenden Anbieter von Unternehmenssoftware und Informationslösungen für professionelle Dienstleistungsunternehmen, meldet in einer Pressemitteilung vom 29. Juli 2014, dass er TECOSIM als Kunden für seine branchenspezifische ERP-Lösung Deltek Maconomy (ERP = Enterprise Resource Planning) sowie die Ressourcenplanungssoftware Deltek People Planner gewinnen konnte.

Als einer der weltweit führenden Anbieter für Computer Aided Engineering (CAE), beschäftigt TECOSIM weltweit rund 400 Berechnungsingenieure und erarbeitet Lösungen in den Bereichen Mobilität, Energie, Industrie & Technik sowie Gesundheit. Um dem weiteren geplanten Wachstum gerecht zu werden benötigt das Unternehmen eine integrierte Lösung. Die ERP-Lösung Deltek Maconomy wird sowohl in den inländischen Niederlassungen in Deutschland als auch in den ausländischen Tochtergesellschaften einsetzen, um die Prozesse für das Finanzmanagement, das Projektmanagement und die Ressourcenplanung zu verbessern und die Projektrentabilität zu optimieren.  Die bisherigen Systeme werden durch die neue ERP-Software ersetzt.

Die Auswahl der passenden ERP-Software wurde durch die Trovarit AG, Aachen, begleitet, die sich auf Business Software-Projekte spezialisiert hat und mit dem IT-Matchmaker® (www.it-matchmaker.com) ein leistungsfähiges Werkzeug für die Auswahl und Ausschreibung von Software-Projekten anbietet.

Mit Deltek Maconomy kann TECOSIM nun komplexe Projekte mit einer integrierten Lösung durchführen und verwalten. Ein entscheidender Vorteil von Deltek Maconomy und People Planner sind die Mehrwährungsfähigkeit und die unternehmensübergreifende Abrechnungsfunktion. Diese ermöglichen auch internationale Projekte effizient abzuwickeln. So erhält TECOSIM eine integrierte Komplettlösung für das Projekt- & Finanzmanagement, inkl. tagesaktueller Projektinformationen.

„Nach Abschluss eines umfassenden Prüf- und Auswahlprozesses haben wir uns für Deltek als Anbieter entschieden. Das Unternehmen kennt unsere Branche genau. Überzeugt haben uns darüber hinaus die internationale Ausrichtung, das erfahrene Team und die vielen positiven Kundenreferenzen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit,“ so Jürgen Veith, Vorstand von TECOSIM.

„Wir sind stolz, mit TECOSIM ein weiteres Engineering-Unternehmen als Kunden gewonnen zu haben. Unser Ziel ist es, in Deutschland mehr Unternehmen mit Projektgeschäft mit unseren Lösungen auszurüsten. Dabei hilft uns neben unserer Präsenz auf diesem Markt auch unsere breite Palette an maßgeschneiderten Angeboten. Unsere Produkte sind auf Unternehmen wie TECOSIM ausgerichtet,“ so Claus Thorsgaard, Geschäftsführer Deltek Deutschland GmbH und EVP & General Manager, Deltek Professional Services.


Anwender von ERP Lösungen sehen sich derzeit mit einer ganzen Reihe von „Trends“ konfrontiert: Den Experten zufolge kommt man zukünftig um „ERP aus der Cloud“ nicht mehr herum, weil sich damit der ERP Einsatz flexibilisieren und gleichzeitig Kosten sparen lassen. Gleichzeitig ist „Big Data“ das Mittel, um der ständig wachsenden Datenflut Herr zu werden. Im Sinne des Trends zu mehr „Business Intelligence“ lassen sich so aus den Daten nützliche Informationen gewinnen. „Business Apps“ in Verbindung mit Smartphones oder Tablet-PCs machen den ERP Einsatz mobil und ermöglichen die Arbeit mit der ERP-Lösung von überall und zu jeder Zeit. Die Anbindung von „Social Networks“ (LinedIn, Xing, Facebook etc.) eröffnen neue Chancen für Marketing und Vertrieb sowie für die Bindung von Mitarbeitern oder Kunden durch entsprechende Gruppen und Foren. Über diese Hype-Themen hinaus offenbart die Praxis, dass immer mehr Aufgabenbereiche in den Unternehmen „digitalisiert“ werden. So wachsen die Software-Landschaften in den Unternehmen in Bereiche bspw. CRM, ECM, BI und SCM. Über das Ziel sind sich dabei alle einig: eine bereichsübergreifende Auftragsabwicklung bzw. Planung- und Steuerung der Unternehmensressourcen ohne Probleme durch Medienbrüche, Mehrfacheingaben und inkonsistenter Datenhaltung. Allerdings werden hier gegenläufige Trends propagiert. Dem Trend zu immer umfassender integrierten Software-Paketen, die alle Anforderungen aus einer Hand abdecken, steht die Vision des „Best-of-Breed“ gegenüber, bei der die jeweils besten Speziallösungen weitgehend frei miteinander kombiniert werden können. Die Protagonisten der „Integrierten ERP-Lösung“ setzen dabei auf den Vorteil der Durchgängigkeit und der Einheitlichkeit, die bei einem Hersteller naheliegt. Die Vertreter von „Best-of-Breed“ betonen dagegen den Vorteil der Spezialisierung und verweisen bei Schnittstellen etc. auf verfügbare Software-Technologien und –Standards. Und schließlich sorgt auch der Gesetzgeber für Gesprächsstoff, wenn es um ERP geht. Z.B. resultieren aus den Regularien für den einheitlichen EURO-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) und aus den ab dem Geschäftsjahr 2013 zwingend zu bedienenden Vorgaben für die E-Bilanz neue Anforderungen an ERP-Lösungen.

Orientierung ist notwendig

Wenn Unternehmen angesichts dieser Flut von Trends derzeit ihre ERP-Infrastruktur erneuern wollen – sei es durch Modernisierung der vorhandenen oder durch Anschaffung einer neuen ERP Lösung – dann sollte man sich auf das wesentliche konzentrieren: eine ERP Lösung ist letztlich ein Werkzeug, das hilft, Strategien zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen mit Leben zu füllen. So nennen dann auch die Teilnehmer der Trovarit-Studie „ERP / Business Software: Nutzenbeitrag der Modernisierung“ die Steigerung der Effizienz und Schnelligkeit der Unternehmensprozesse als wichtigste IT-relevante Strategie der kommenden Jahre. Dicht gefolgt von Strategien, die insbesondere darauf abzielen, Prozesse nicht nur effizient gestalten sondern auch effizient umgestalten zu können. Die optimale Prozessunterstützung durch ein umfassendes und ausgereiftes Funktionsset einer ERP Lösung wird zwar weiterhin die wesentliche Zielgröße in der Gestaltung der Unternehmens-IT sein. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Dynamik in den Geschäftsprozessen und der bereichsübergreifenden Vernetzung der Informationen, erhält die Fähigkeit Unternehmensprozesse und unterstützende Business Software schnell und gezielt an sich ändernde Rahmenbedingungen anzupassen, jedoch immer größere Bedeutung. Vorteile moderner ERP Lösungen
Für den tatsächlichen Einsatz von Business Software leiten sich aus dieser Entwicklung sowohl auf der strategischen Ebene als auch im täglichen operativen Betrieb Anforderungen ab, die bei einer ERP Auswahl berücksichtigt werden sollten. Hierzu zählen u.a.:

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  • Offenheit für Anpassungen aufgrund einer geeigneten, modernen Softwarearchitektur. Serviceorientierte Architekturen und geeignete Schalenmodelle mit klaren Regeln für Anpassungen durch Hersteller, Anbieter von Branchen-Templates, Implementierungspartner und Anwender verbessern die Anpassbarkeit und schützen die Release-Fähigkeit einer angepassten Installation.
  • Gute modulare Ergänzungsmöglichkeiten mit zusätzlichen Funktionsumfängen. Wächst mit der Zeit der Bedarf an geforderter Funktionalität, z.B. durch Ausweitung in verschiedene Bereiche wie Customer Relationship Management (CRM), Enterprise Content Management (ECM) oder Business Intelligence (BI), so ist eine integrierte Lösung als zusätzliches Modul einer bestehenden Lösung meist leichter einzuführen und zu pflegen, als die Anbindung einer weiteren Lösung über Schnittstelle.
  • Einfache Anbindung über Standardschnittstellen. Sei es für den überbetrieblichen Informationsaustausch (z.B. EDI) oder für die Anbindung bestehender Lösungen bei denen ein Ersatz durch ein integriertes Modul aus welchen Gründen auch immer nicht sinnvoll erscheint: Verfügbare Standardschnittstellen reduzieren den Aufwand und vermeiden das Entwicklungsrisiko einer Individual-Schnittstelle.
  • Ergonomische Benutzerführung. Eine eingängige, nachvollziehbare und vor allem einfache und schnelle Bedienbarkeit ermöglicht nicht nur effizientes Arbeiten. Sie verringert den Aufwand für die Einarbeitung nach Einführung oder umfassenden Anpassungen und sorgt für eine hohe Akzeptanz bei den Nutzern. Das Potenzial des Software Einsatzes wird schneller und umfassender genutzt und die Nutzung Excel-basierter „Workarounds“ wird verhindert.
  • Werkzeuge zur Umsetzung und Verwaltung von Anpassungen von Prozessen, Datenstrukturen, Oberflächen und Formularen. Mit geeigneten Tools können nicht nur Anpassungen schneller durchgeführt werden, auch können Anpassungen besser dokumentiert, die Auswirkungen einfacher geprüft und der Aufwand für kommende Releases deutlich reduziert werden.

Empfehlung für mittelständische Unternehmen

Die beschriebenen Trends führen zu einer nahezu unüberschaubaren Vielfalt an Software-Lösungen, die sich dem Mittelstand verschrieben haben. Für ein suchendes Anwenderunternehmen kann die Investitionsentscheidung somit ein mühseliges und in Anbetracht der Investitionsvolumina, des Einführungsaufwands und der langfristigen Auswirkungen auch ein durchaus riskantes Unterfangen werden. Deswegen sollten auch mittelständische Unternehmen unbedingt auf eine strukturierte Vorgehensweise zurückgreifen, die über die Klärung der Anforderungen (Prozesse, Lastenheft) und Marktrecherche (Messen, Fachzeitschriften, Internet, Rechercheplattformen) zu einer überschaubaren Favoritenliste führt. Anschließend kann über Präsentationen und Systemtests vor Ort der Kandidat für Vertragsverhandlungen ermittelt werden. Dabei sollte nicht zuletzt berücksichtigt werden:

  • Funktionale Eignung
  • Branchen-, Fach- und Projektkompetenz des Implementierungspartners
  • Größe und Standorte des Anbieters
  • Moderne technologische Basis
  • Ergonomische Benutzerführung
  • Angemessene Anpassbarkeit und Flexibilität
  • Geeignetes Bereitstellungskonzept

Aber nicht nur zu einer Neueinführung gilt es, sich intensiv mit den Anforderungen an die eigene Business Software auseinanderzusetzen. Angesichts von Nutzungsdauern jenseits von 15 Jahren, der voranschreitenden technologischen Entwicklung und der sich ändernden Abläufe in den Unternehmen driften mit der Zeit fast zwangsläufig die ERP-Lösung und die zu unterstützenden Prozesse auseineander. Wird hier nicht regelmäßig durch Modernisierung der Software und ggf. Überprüfung der Prozesse nachjustiert, reduziert sich der Mehrwert des Einsatzes von Business Software signifikant. Die Trovarit-Studie belegt eindrucksvoll, dass technologisch aktuelle ERP-Installationen hinsichtlich ihres Nutzens deutlich positiver bewertet werden. Insbesondere wenn es um die Einfachheit, die Transparenz und die Schnelligkeit von Prozessen geht, werden die aktuelleren Installationen besonders gut bewertet. Es zeigt sich also, dass die regelmäßige Pflege der Lösungslandschaft ebenso einen erheblichen Beitrag zur Prozessbeherrschung liefern kann wie eine erfolgreiche Neuauswahl.


In vielen produzierenden Unternehmen steht kurz- bis mittelfristig die Modernisierung ihrer ERP PPS Lösung an. Die häufigsten Auslöser für ERP Projekte sind dabei

  • das Alter der vorhandenen ERP PPS Software
  • die Unzufriedenheit der Anwender mit der ERP PPS Software bzw. dem Anbieter (Wartungspartner) der ERP PPS Software sowie
  • die Unfähigkeit der vorhandenen ERP PPS Infrastruktur, neue Anforderungen abzudecken, die sich aufgrund geänderter Geschäftsprozesse oder einer geänderten Gesamtausrichtung des Unternehmens (z.B. Übernahmen bzw. Verkauf von Unternehmensteilen) ergeben.

Von einem neuen bzw. modernisierten ERP PPS System erwarten die Unternehmen Unterstützung für eine der wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre: die Steigerung der Effizienz und Schnelligkeit der Unternehmensprozesse. Es gilt dabei nicht nur, die richtigen Informationen wie in einer „gläsernen Fabrik“ vorliegen zu haben sondern diese Informationen auch in „Echtzeit“ in den Planungs- und Steuerungsprozessen verwenden zu können. Einen zentralen Aspekt stellt dabei vermehrt die vertikale Integration der Planungsebenen von der Ressourcengrobplanung bis zur Feinplanung und -steuerung dar. Vor dem Hintergrund der Komplexität der betrieblichen Auftragsabwicklungsprozesse in produzierenden Unternehmen einerseits und der meist langfristigen Nutzungsdauer andererseits, sollte die Investition in ein ERP PPS System jedoch auf eine solide Grundlage gestellt werden. Und das ist gar nicht so einfach: Ganz abgesehen davon, dass die meisten Unternehmen wenig bis keine Erfahrung mit der Auswahl eines ERP PPS Systems haben, spielen viele interne Aspekte (Strategie, Unternehmenspolitik, Funktionalität, Budget, Ausgangslage etc.) in die Entscheidung hinein. Hinzu kommt, dass auch die andere Seite – der Markt für ERP PPS Systeme – einige Herausforderungen bereithält. Nicht zuletzt geistern die verschiedensten Hypes und Modeworte durch Fachzeitschriften und Produktinformationen, so dass es immer schwieriger wird, echte Innovationen und für das eigene Unternehmen passende Konzepte herauszufiltern. Hier setzt der „Aachener Marktspiegel Business Software ERP/PPS 2013/2014“ an, der anlässlich der 20. Aachener ERP-Tage 2013 vom Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) und Trovarit AG erschienen ist. Auch in seiner 7. Neuauflage bietet der Marktspiegel wieder beides: fundierte Tipps zur Vorgehensweise bei ERP PPS Auswahlprojekten sowie Orientierung auf dem undurchsichtigen Markt für ERP PPS Software. Was können die Systeme, wo gibt es Lücken in der Prozessunterstützung, welche branchenspezifischen Anforderungen werden von den verfügbaren Lösungen abgedeckt – diese Fragen werden dabei genauso thematisiert wie bewährte Methodiken und Fallstudien zur Systemauswahl.


Von Dr. Karsten Sontow und Peter Treutlein, Trovarit AG Cloud, Business Apps, Social Networks, zunehmende Digitalisierung, E-Bilanz…Wenn Unternehmen angesichts dieser Flut von Trends und neuer gesetzlicher Vorgaben derzeit ihr ERP System erneuern wollen – sei es durch Modernisierung der vorhandenen oder durch Anschaffung eines neuen ERP Systems – dann sollten sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: Ein ERP System ist letztlich ein Werkzeug, das hilft, Strategien zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen mit Leben zu füllen.Laut den Teilnehmern der Trovarit-Studie „ERP / Business Software: Nutzenbeitrag der Modernisierung“ ist die  wichtigste IT-relevante Strategie der kommenden Jahre die Steigerung der Effizienz und Schnelligkeit der  Unternehmensprozesse. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Dynamik in den Geschäftsprozessen und der bereichsübergreifenden Vernetzung der Informationen ist es nicht verwunderlich, dass  Strategien dichtauf folgen, die insbesondere darauf abzielen, (…)


Verfolgt man die Publikationen und Diskussionen der Auguren im IT-Markt, dann gewinnt man schnell den Eindruck, als gäbe es in naher Zukunft kaum Alternativen zu Business Software Lösungen aus der Cloud (auch Software-as-a-Service/SaaS). Auch aktuelle Studien, wie z.B. die repräsentativen BITKOM-Studie „Cloud-Monitor 2013“, zeigen immer wieder, dass der Anteil der Unternehmen stark steigt, die Cloud-Lösungen nutzen. Bei „Private Cloud“-Lösungen, die vom Dienstleister exklusiv für einen Kunden eingerichtet und betrieben werden, ist die Verbreitung binnen Jahresfrist um gut 25% gewachsen. Mit ca. 66% noch größer ist der Zuwachs im Bereich der „Public Cloud“, bei der die Software-Lösung für viele Kundeninstanzen gleichzeitig betrieben wird. Allerdings muss man an dieser Stelle deutlich relativieren. So ist das Ausgangsniveau des starken Wachstums relativ bescheiden: Bei der Mehrzahl der heute betriebenen Szenarien handelt es sich um „Private Cloud“-Szenarien. BITKOM meldet hier aktuell eine Nutzung durch 34% der Unternehmen während es bei der „Public Cloud nur 10% sind. Die „Private Cloud“ ähnelt dem bekannten Hosting. Hier fallen viele Vorteile der Cloud jedoch drastisch weniger ins Gewicht als bei der „Public Cloud“, da sich die Skalierbarkeit und das Einsparpotential bestenfalls auf die Hardware-, Netzwerk- und ggf. Datenbankinfrastruktur beziehen kann und nicht auf die – meist deutlich teureren – Software-Applikationen. Noch stärker wird die Cloud-Euphorie dadurch entzaubert, dass laut BITKOM der weitaus größte Teil der „Private Cloud“-Nutzer sogenannte „Interne Private Clouds“ betreibt – man kann das auch „Betrieb eines firmeneigenen Rechenzentrums“ nennen. Und schließlich werden bei vielen Marktanalysen Anwendungsfelder einbezogen, die nur Randbereiche einer betrieblichen Software-Infrastruktur darstellen, bzw. streng genommen gar nicht zum Bereich der Business Software gezählt werden können, z.B. Telefonie, Security-Lösungen (z.B. Firewall) oder Collaboration (z.B. Web-Meetings, Dropbox).

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Analysiert man die Anforderungsprofile bei aktuellen Beschaffungsentscheidungen zentrale Business Anwendungen wie ERP oder Materialwirtschaft (vgl. www.it-matchmaker.com), dann zeigt sich, dass die Business Software Clouds auch in der näheren Zukunft relativ tief hängen werden: In Abhängigkeit vom Einsatzbereich der Software bewegt sich der Anteil der Neuanschaffungen, bei denen Anwender ein Cloud-Szenario fordern, zwischen 8% und 21%. Vorne liegen dabei Einsatzbereiche wie „Projektmanagement“, „Service Management“ oder „CRM“ mit Werten jenseits von 15%. Zentrale Business Applikationen, wie z.B. „Enterprise Resource Planning“ (ERP), „Materialwirtschaft“ oder „Produktionsplanung und –steuerung“ (PPS) liegen dagegen bei vergleichsweise niedrigen 8% bis 12%. Jenseits aller Emotionen bestehen relevante Barrieren für die Nutzung von „Public Cloud“-Szenarien im Bereich der ERP Software oder Business Software allgemein in der Regel dann, wenn eine Cloud-Applikation umfassend und/oder mit vielen anderen Software-Anwendungen integriert werden muss. Darüber hinaus ist eine umfassende Individualisierung von „Public Cloud“-Lösungen kaum möglich, da die gewünschte Skalierbarkeit ein sehr hohes Maß an Standardisierung der Applikationen mit sich bringt. Und schließlich erreichen die meisten SaaS-Angebote im Bereich von ERP Lösungen – zumindest bislang – bei weitem nicht die funktionale Tiefe, die heute bei etablierten „On Premise“-Anwendungen marktüblich ist. Im Fall eines „reifen“ Anwendungsmarktes, in dem viele Unternehmen z.T. seit Jahrzehnten recht umfassende Software-Portfolien mit starkem branchen- und unternehmensspezifischem Zuschnitt betreiben, ist daher fraglich ob sich der Ansatz der Public Cloud im Bereich der ERP Software flächendeckend durchsetzen wird. Da das Konzept des Cloud Computing einerseits unzweifelhaft interessante Potenziale aufweist, andererseits aber auch relevanten Einschränkungen unterliegt, sollten Anwender im Einzelfall prüfen, ob der Weg in die Cloud bei ERP Software überhaupt eine Option ist. Interessant wird diese Option in jedem Fall, wenn ein Unternehmen mit Standard-Prozessen gut leben kann und keine Notwendigkeit besteht, die Cloud-Lösung an andere Software-Anwendungen anzubinden. Ist zudem mit stark schwankenden Userzahlen zu rechnen und erfolgt der Zugriff auf den Cloud-Service von vielen Standorten oder gar mobil, dann ist „Software-as-a-Service“ umso interessanter.


„Geringere Kosten“ ist das Hauptargument für die Einführung von cloudbasierten ERP-Lösungen. ERP Systeme in der Cloud unterbieten Inhouse-Installationen insbesondere bei den Anfangsinvestitionen deutlich. Eng in Zusammengang mit den Implementierungskosten ist die Implementierungsgeschwindigkeit zu sehen. Während sich eine Inhouse-Installation von mehreren Monaten bis hin zu einigen Jahren dauern kann, lässt sich ein ERP System aus der Cloud i.d.R. innerhalb weniger Wochen und Monate in den Wirkbetrieb integrieren. Neben den beiden genannten Aspekten sind für den Betrieb weitere Faktoren zu beachten: Funktionsumfang Inhouse-Installationen bringen in der Grundversion meist einen sehr mächtigen Umfang mit, während cloud-basierte ERP Systeme in den Grundversionen Kernfunktionalitäten bieten, die durch Apps oder Add-Ons ergänzt werden können. Im Funktionsumfang schlankere Systeme sind jedoch nicht für jeden Bedarf ausreichend. Updates Inhouse-Installationen bringen mit sich, dass ein sehr enger Kontakt mit den betreuenden Software-Entwicklern besteht, sodass das Unternehmen leichter Einfluss auf kommende Aktualisierungen und damit den Funktionsumfang nehmen kann. Cloud-Lösungen lassen sich jedoch nur bedingt individualisieren und nur eingeschränkt an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Die Abhängigkeit entwickelnden Unternehmen ist insbesondere für Unternehmen mit sehr speziellen Bedürfnissen in der Produktionsplanung und –steuerung nachteilig. Das Anapassen unternehmensinterner Prozesse an eine externe Software in der Regel mit internen Aufwänden verbunden. Separate Testumgebungen für ein stufenweises Roll-Out von Updates sind heute bei den wenigsten Cloud ERP Lösungen gegeben. Die entwickelnden Unternehmen investieren zwar weiter in die Verbesserung der Roll-Out-Prozesse, hier wird jedoch noch Zeit vergehen bis das vollständig im Markt ankommt. Sicherheit IT-Sicherheit und Datenschutz sind in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus von Unternehmen und Endkunden gerückt, nicht zuletzt durch entsprechende Gesetzgebungen. Die Frage, ob man datenverarbeitende Systeme und Infrastruktur selbst in der Gewalt hat, oder einem externen Partner überlässt ist damit nicht nur eine strategische, sondern hat auch eine juristische Dimension, die es vorab zu klären gilt. Fehlender Zugriff auf die Systeme kann demnach ein K.O.-Kriterium für eine ERP Software aus der Cloud sein. Fazit Neben der rein betriebswirtschaftlichen Rechnung müssen IT-Entscheider bei der Abwägung Pro oder Contra ERP aus der Cloud viele Aspekte berücksichtigen. Es bietet sich an diese Kriterien vor einer Entscheidung zu sammeln, zu gewichten und dann zu entscheiden.


Mit der Personalverwaltung und der Lohnbuchhaltung deckt das Personalwesen Aufgaben ab, die bei allen Unternehmen eine Rolle spielen. Dabei stellt sich zunächst die Frage, ob diese Aufgaben überwiegend selbst oder durch einen Dienstleister (z.B. Steuerberater) übernommen werden. Übernimmt ein Unternehmen die Aufgaben des Personalwesens in großen Teilen selbst, dann stellt die Auswahl und Einführung einer passenden Software in der Praxis oft eine große Herausforderung dar. Wie in anderen Anwendungsbereichen auch stellt sich zunächst die Frage, ob das Unternehmen eine spezielle Lösung für das Personalwesen bzw. Software für Finanzbuchhalter einsetzen möchte oder den Ansatz einer integrierten ERP Lösung (Enterprise Resource Planning) wählt, die eine Vielzahl weiterer kaufmännischer und logistischer Aufgaben übernimmt. Nur bei ca. 25% der Befragten werden die zentralen Aufgaben des Personalwesens durch eine integrierte ERP Lösung unterstützt. Der Anteil von Unternehmen, die spezialisierte HR-Lösungen einsetzen ist mit gut 40% wesentlich größer als z.B. im Bereich Finanzbuchhaltung. Darüber hinaus werden die Aufgaben des Personalwesens mit 50% bis gut 60% der Unternehmen insgesamt in wesentlich geringerem Maße durch Software-Lösungen unterstützt als z.B. im Bereich Vertrieb bzw. Auftragsabwicklung oder auch im Finanzwesen mit jeweils rund 90%. Der Einsatz spezialisierter Software drängt sich angesichts sehr spezieller, nicht zuletzt durch den Gesetzgeber oft geänderter Vorgaben und Regelungen auf. Darüber hinaus ist die Verzahnung z.B. der Lohnbuchhaltung mit operativen Aufgaben wie z.B. dem Vertrieb oder der Marterialwirtschaft meist nicht so stark ausgeprägt. Insofern sind etwaige Schnittstellen zwischen einer HR-Software und der ERP Lösung meist auch weniger komplex. Vielfach werden die Aufgaben des Personalwesens auch durch Dienstleister übernommen, so dass keine eigene Software notwendig ist. Festlegung der wichtigsten Auswahlkriterien Ein Blick auf das Angebot an Software für das Personalwesen zeigt, dass der Markt vielfältig und unübersichtlich ist. Vor diesem Hintergrund sollte man im Vorfeld einer Software-Auswahl die Anforderungen an Software und Anbieter festlegen, anhand derer man anschließend den Markt sondiert. Dabei ist das Spektrum an potenziellen Anforderungen denkbar breit. Ressourcen- und Kostenfragen Hinsichtlich der Software reichen die Anforderungen von der Funktionalität über die Bedienbarkeit und die Technologie (z.B. Datenbank und Betriebssystem) bis hin zur Anpassbarkeit der Software auf die Belange des Unternehmens oder gar einzelner Anwender. Bezüglich des Anbieters stehen meist dessen Fach- und Branchenkompetenzen, entsprechende Referenzen, verfügbare (Personal-)Ressourcen und Support-Standorte sowie zum Teil auch dessen wirtschaftlichen Perspektiven im Vordergrund der Überlegungen. Nicht zuletzt spielen auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle bei der Software-Auswahl: Dies reicht von Lizenz- und Implementierungskosten über Wartungsgebühren bis hin zur Frage des Abrechnungsmodells im Sinne von Kauf versus Miete oder anderen Formen der nutzungsabhängigen Vergütung. Dabei zeigen Studien, dass gerade das Personalwesen aufgrund seiner –  durch den Gesetzgeber – vielfach klar strukturierten Aufgabenstellungen prädestiniert für den Einsatz des Cloud Computing ist.


Viele ERP Anbieter betonen auf Messen und in ihrer Werbung immer wieder gerne, dass sie (auch) „Mittelständisch“ sprechen. Überhaupt sind „ERP“ und „Mittelstand“ zwei Schlagworte, die seit einigen Jahren auch in der Fachpresse fast untrennbar miteinander verbunden scheinen: Große Anbieter entdecken den Mittelstand für sich, kleinere Anbieter kennen ihn schon seit Jahren; ERP Lösungen sind mittelstandsgerecht, kostengünstig, flexibel und anwenderfreundlich. Hohe Anforderungen an die ERP Unterstützung Im klassischen Mittelstand stehen Anbieter vor besonderen Herausforderungen. Zwar scheinen die Projekte auf den ersten Blick schon aufgrund der kleineren Zahl der ERP Arbeitsplätze weniger komplex. Inhaltlich haben es Mittelstandsprojekte aber durchaus in sich. Dies zeigt sich schon in den Zielen, die mittelständische Unternehmen in ERP Projekten verfolgen: Während kleinere ERP Anwender mit dem Einsatz einer ERP Lösung vor allem die Effizienz im Kerngeschäft steigern wollen, sind Projektziele in Mittelstandsunternehmen breiter angelegt. Vergleicht man Projekte, die um die Jahrtausendwende im Mittelstand durchgeführt wurden mit solchen aus 2009, so zeigt die Entwicklung der Projektziele, dass ein bedeutender Teil des Mittelstands bezüglich der ERP Nutzung eine Reife erreicht hat, die größeren Unternehmen nicht unähnlich ist. Der Mittelstand gibt sich aber nicht nur bei den verfolgten Zielen anspruchsvoll. Er agiert international und muss einem außerordentlichen Wettbewerbs- und Innovationsdruck standhalten. Entsprechend vielseitig, anspruchsvoll und dynamisch sind die Unternehmensabläufe, die es mit einem ERP System zu unterstützen gilt. Vor diesem Hintergrund erklärt sich die Breite der Anforderungen, die mittelständische Unternehmen  an eine ERP Lösung bzw. an den entsprechenden Anbieter stellen. Im Hinblick auf Aspekte wie Funktionalität und Technologie der Software sowie die Branchenkompetenz  des Anbieters zeigt sich der Mittelstand ähnlich anspruchsvoll wie die Großen. Gleichzeitig legt der Mittelstand sehr viel Wert auf die Praktikabilität und Benutzerführung der Software sowie die Fachkompetenz und nicht zuletzt das Auftreten des Anbieters. Damit vereint der Mittelstand auch hier die Erwartungen der größeren mit den Anforderungen der kleineren Unternehmen.

ERP Lösungen für den Mittelstand

Auf der Marktrecherche- und Ausschreibungsplattform IT-Matchmaker® der Trovarit  AG sind aktuell 338 eigenständige ERP Produkte gelistet (exkl. zusätzlicher Varianten einer Software, wie z.B. Branchen-Varianten). Bei über 300 dieser Lösungen geben die Anbieter den Mittelstand als einen wesentlichen Zielmarkt der Lösung an. Von der viel zitierten Konsolidierung auf ein überschaubares Maß an Lösungen und Anbietern kann im Mittelstand also keine Rede sein. Vielmehr stellt sich der Software-Markt für suchende Anwenderunternehmen als überaus unübersichtlich dar,  insbesondere wenn berücksichtigt wird, dass unterschiedliche Branchenlösungen verschiedener Vertriebspartner einer Software-Plattform wie SAP ERP oder Microsoft  Dynamix NAV die zuvor genannten Zahlen nochmals deutlich erhöhen. Anders als im Markt für größere Unternehmen, der mit weit über 50% deutlich von der SAP AG dominiert wird, ordnet sich die SAP AG im Segment der Unternehmen zwischen 100 und 500 Mitarbeitern in eine Reihe anderer Anbieter ein. Hier lassen sich unter anderem Microsoft, Infor global solutions, Sage bäurer, Sage Software, Abas, Asseco (ehem.AP), proAlpha, oxaion, PSIpenta, CSB, Comarch (ehem.SoftM) und ams nennen. Bei Betrieben  unter 100 Mitarbeitern finden sich sogar noch mehr Software Anbieter.

Der Markt bleibt unübersichtlich

Es bleibt also nach wie vor dabei: bei der Suche nach einer passenden ERP Lösung für das eigene Unternehmen, sehen sich Anwenderunternehmen mit einer steigenden Zahl an Produkten und Produkt-Varianten konfrontiert. Nicht zuletzt diese Tatsache macht eine ERP-Auswahl zu einem herausfordernden Projekt für die Beteiligten. Wichtigste Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss eines Auswahlprojektes ist, die eigenen Anforderungen und Ziele genau zu kennen und bei der Vielfalt der Angebote nicht aus dem Auge zu verlieren. Schließlich sollte eine ERP Auswahl – wie jedes Investitionsprojekt – gut vorbereitet und strukturiert durchgeführt werden. Insbesondere mittelständischen Unternehmen im Fall der Neuanschaffung einer ERP Software zu empfehlen, sich sowohl mit geeigneten „Generalisten“ als auch mit den Spezialisten der entsprechenden Branche auseinanderzusetzen. Dabei sollten sie neben dem funktionalen Fit auch die Anpassbarkeit der Lösung, sowie die technologische Perspektive untersuchen und in der Auswahlentscheidung berücksichtigen. Der Beitrag ist ein Auszug aus dem White Paper ERP Praxis im Mittelstand. Marktübersicht – Kenngrößen – Anwenderzufriedenheit“.