| Editorial | |||||||||||||||||||||||||
Liebe Leser, die Formel iT hat sich als echter Höhepunkt der CeBIT 2005 erwiesen: Die Live-Duelle zwischen proALPHA und AXAPTA bzw. Infor und Semiramis zogen am - für die B2B-Bereiche der CeBIT traditionsgemäß eher ruhigen - Wochenende jeweils weit über hundert Zuschauer zum Fachforum Enterprise Applications. Bei dieser neuen Form der Software-Präsentation, organisiert durch die GPS Ulm und die Trovarit, durchliefen die ERP-Systeme jeweils vier Szenen, die übliche Geschäftsprozesse mittelständischer Unternehmen darstellen. Über die Gewinner entschied das Publikum, das Punkte für Funktionalität, "Look & Feel" und Usability vergeben konnte. Die Ergebnisse der Formel iT im Einzelnen finden Sie unter www.erp-park.com, eine erste Analyse der Ergebnisse bietet der Artikel "Duell der ERP-Generationen" von COMPUTERWOCHE-Redakteur Frank Niemann (s.u.). An dieser Stelle sei zu den Ergebnissen nur Folgendes gesagt: Obwohl es bei beiden Duellen einen Sieger gab (proALPHA bzw. Semiramis), waren die Ergebnisse knapp: es wurde deutlich, dass jedes der Systeme in verschiedenen Bereichen seine Stärken und Schwächen hat. Die Unterschiede sind aber - wie so oft - nicht auf den ersten Blick ersichtlich, sondern zeigen sich in Details. Für Unternehmen, die sich auf der Suche nach einer neuen Software-Lösung befinden, bedeutet dies: Nach einer unverbindlichen Sichtung der Angebote auf Messen und Fachveranstaltungen (demnächst z.B. wieder möglich auf den Aachener PPS-Tagen am 27. und 28. April) sollte vor der konkreten Auswahl einer Software-Lösung für das eigene Unternehmen auf jeden Fall eine intensive Auseinandersetzung mit dem System und dem Anbieter stehen. Die eigenen Anforderungen an die Software, die Funktionalität der Software, (Branchen-)Referenzen des Anbieters, die Zufriedenheit der Anwender mit der Lösung - all dies sind Aspekte, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollten. Ein Beispiel für eine solche Vorgehensweise beschreibt der erste Artikel unseres Newsletters "'Beste Auslese' eines ERP-Systems bei einem Anlagenbauer an der Mosel". Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
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| Fachartikel | |||||||||||||||||||||||||
Die Einführung eines ERP-Systems bedeutet für ein Unternehmen weitreichende Veränderungen - vor allem dann, wenn die Auftragsabwicklung in der Vergangenheit ohne durchgängige Systemunterstützung erfolgte. Bei der Benninghoven GmbH & Co. KG stand man Anfang des Jahres 2004 vor der Frage, welches ERP-System die unternehmensspezifischen Anforderungen am besten abdeckt und wie die Geschäftsprozesse dementsprechend anzupassen sind. Für die Auswahl eines geeigneten ERP-Systems wurde das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen beauftragt, dessen 3-Phasen-Konzept bei mittelständischen Unternehmen über viele Jahre erprobt und weiterentwickelt wurde. Bei der Systemauswahl fanden die im Rahmen der Organisationsanalyse erhobenen projektfertigerspezifischen Anforderungen eine besondere Berücksichtigung. Auf die Anforderungen wird in diesem Artikel schwerpunktmäßig eingegangen.
Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit knapp 900.000 Beschäftigten und einem Exportanteil von beinahe 70% einer der wichtigsten und international bedeutendsten Leistungsträger der deutschen Wirtschaft. Die Branche besteht zu mehr als 85% aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Mitarbeitern.Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus ist die vielschichtige Zusammenarbeit dieser KMU bei der Entwicklung und Produktion komplexer, qualitativ hochwertiger Produkte. Im Laufe der Zeit haben sich zwischen vielen Unternehmen langfristige Geschäftsbeziehungen entwickelt, die eine hervorragende Basis für die Zusammenarbeit in Wertschöpfungsnetzwerken bilden. Die Kooperationsfähigkeit der Unternehmen ist somit eine wesentliche Stärke des Produktionsstandorts Deutschland im internationalen Wettbewerb. Demzufolge ist der Unterstützung dieser Kompetenz durch Industrie, Politik und Forschung gleichermaßen höchste Aufmerksamkeit zu widmen.
"Die Geschäftsleitung benötigt umfassendere und bessere Information über die jeweilige Geschäftslage", begründet Wolfgang Klinkert, Leiter EDV und Organisation eines mittelständischen Stahlbauers die Notwendigkeit, in diesem Jahr ein Managementinformations-System (MIS) einzuführen. Das Unternehmen liegt damit im Trend, denn gut 12% von rund 1.000 befragten Industrieunternehmen sehen hier 2005 Investitionsbedarf. Ein weiterer Trend geht in Richtung einer verstärkten Kundenbindung. Im gleichen Atemzug mit MIS führt Klinkert auch das Customer Relationship Management (CRM) als weiteres Aktionsfeld für geplante Software-Investitionen an. Hier ist die Balluf GmbH, Neuhausen, einer der führenden Sensor-Hersteller, bereits einen Schritt weiter: Nach eingehender Prüfung verschiedener CRM-Lösungen hat man sich bereits im zweiten Halbjahr 2004 für eine Erweiterung der bestehenden SAP R/3-Installation durch mySAP.CRM entschieden, um die Vertriebs- und Außendienstprozesse besser zu unterstützen.
Hinter der zunehmend Realität werdenden Vision des "eGovernment" verbirgt sich der Trend zur verstärkten Digitalisierung von Verwaltungsabläufen. Ziel ist, mittels durchgängiger IT-Infrastrukturen effiziente und bürger- bzw. firmenfreundliche Verwaltungsprozesse zu schaffen, die sich durch kurze Bearbeitungszeiten und hohe Qualität der verarbeiteten Informationen auszeichnen. In der Öffentlichkeit - oftmals kritisch - wahrgenommen werden diesbzgl. vor allem Großprojekte wie "BundOnline 2005", die "LKW-Maut", der "Virtuelle Arbeitsmarkt", die "Gesundheitskarte" oder auch das "Elster-Projekt". Dabei handelt es sich jedoch nur um wenige, sehr große IT-Projekte, die meist mittels individuell entwickelter Software-Lösungen realisiert werden. Der Löwenanteil der Projekte findet eher im Verborgenen statt: Im Zuge der Umstellung von der Kameralistik auf das kaufmännische Rechnungswesen müssen sich z.B. rund 15.000 Kommunen mit ihren kaufmännischen Software-Lösungen auseinandersetzen. | |||||||||||||||||||||||||