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Fachtagung „Software-as-a-Service (SaaS) - Die schlanke Zukunft des Enterprise Resource Planning (ERP)?"

Die Fachtagung "Software-as-a-Service (SaaS) fand am 3. Februar 2010 statt. Rund vierzig Teilnehmer hatten den Weg ins verschneite Aachen gefunden, um gemeinsam mit anderen Experten, Anwendern und Anbietern die Eignung des SaaS-Konzeptes für ERP-Lösungen zu diskutieren.

Die Idee für die Fachtagung entstand zu einem großen Teil aus den Ergebnissen der Studie "ERP-as-a-Service?", die im Herbst letzten Jahres von der Trovarit AG und dem Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen durchgeführt wurde. Sie zeigten einerseits, dass viele Anwenderunternehmen dem Konzept mit einer gewissen Skepsis gegenüberstehen. Andererseits wurde deutlich, dass der Begriff "Software-as-a-Service" bei weitem nicht so gut verbreitet und bekannt ist, wie ein Blick in die Fachpresse vermuten ließe.

Diesen letzten Aspekt griff auch Professor Dr. Günther Schuh, Direktor des FIR an der RWTH Aachen, unter anderem in seiner Keynote "Wandlungsfähige IT durch SaaS" auf: Er betonte die Notwendigkeit, den "Inhalt" von SaaS angesichts einer erheblichen Vielfalt an Interpretationen klar zu definieren.

Dennoch sieht er den Einsatz von ERP-as-a-Service als "krisentaugliche Maßnahme", mit der Unternehmen Performance-Steigerungen äußerst liquiditätsschonend erzielen können. Ein weiterer Vorteil sei der "sanfte Einstieg" in ERP, der mit ERP-as-a-Service im Gegensatz zu herkömmlichen Lizenzmodellen möglich ist.

Werner Grohmann, Initiator des SaaS-Forum, gab in seinem Vortrag Von der Software zum Service - der deutschsprachige SaaS-Markt einen Überblick über die aktuelle Marktsituation auf Anwenderseite. Er verwies darauf, dass das Interesse an SaaS in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sei. Dabei zeigen sich deutsche Unternehmen offenbar ausgesprochen konservativ, da die Verbreitung von SaaS im Ausland wesentlich schneller vorankomme.

Im Anschluss folgten zwei Erfahrungsberichte aus Unternehmen, die ihr ERP bereits nach dem SaaS-Konzept einsetzen. Wolfgang Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter der E2E Business Networking GmbH & Co. KG, Zieht aus seinen Erfahrungen bei der Einführung der SAP-Lösung Business byDesign den Schluss, dass sich SaaS-Projekte zumindest in einem Aspekt keineswegs von anderen ERP-Projekten unterscheiden: Der Faktor Mensch spiele eine zentrale Rolle, eine völlig anonyme und eigenständige Implementierung ausschließlich per Konfiguration im Internet kann er sich kaum vorstellen. Dennoch sieht er ERP-as-a-Service Lösungen aufgrund ihrer Skalierbarkeit als besonders gut geeignet für schnell wachsende Unternehmen (z.B. Start-Ups) oder auch Unternehmensbereiche bzw. Standorte, die von der klassischen ERP-Infrastruktur nicht unterstützt werden.

Gestützt wird seine Einschätzung auch von den Ergebnissen der Studie "ERP-as-a-Service?". Dr. Karsten Sontow, Vorstand der Trovarit AG, stellt fest, dass ERP-as-a-Service "angesichts seiner Charakteristik für Projektdienstleister und Professional Services, die an mehreren Standorten agieren, wie gemalt ist. 

Mit Hubertus Böse von der GMT mbH, einem kleineren technischen Großhändler mit mehreren Standorten, bestätigt ein weiterer Anwender diese Einschätzung. Sein Unternehmen setzt myfactory businessworld nach dem SaaS-Konzept ein. Er verweist darauf, dass ihn die hohen Server- und Infrastrukturkosten sowie lange Reaktionszeiten und mangelnde Verfügbarkeit des bisherigen IT-Supports vom ERP-as-a-Service-Konzept überzeugt haben. Einen weiteren Vorteil sieht er darin, "dass man den Endanwendern sofort eine konkrete Lösung zeigen könne", was die Einführung der ERP-Lösung deutlich erleichtere.

Im Anschluss zeigte Peter Dibbern, Vorstand der Reporta Controllingsysteme AG, in seinem Vortrag Projektcontrolling in der Cloud am Beispiel einer Controlling-Lösung auf SaaS-Basis, wie man sich "von der Buchhaltung unabhängiger machen kann". Er brachte als neuen Aspekt die Sicht der ERP-Anbieter zur Geltung, die ihr Marketing und ihren Vertrieb rund um "Cloud Computing" und SaaS umstellen. So werden u.a. neuerdings iPhone-Apps für die Zeiterfassung sehr erfolgreich dazu genutzt, Interessenten an die eigene Lösung heranzuführen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurden zusammenfassend noch einmal alle Aspekte und Sichtweisen thematisiert. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, den Referenten Fragen zu stellen und ihre Einschätzungen des Konzeptes zur Diskussion zu stellen. Es wurde deutlich, dass von vielen Anwendern vor allem die Themen "Support" und "Vertragssicherheit" im Rahmen von SaaS-Lösungen als kritisch betrachtet werden.

Auch wenn die Fachtagung natürlich keine generelle abschließende Antwort auf die Frage "Software-as-a-Service - Die schlanke Zukunft des ERP?" gegeben hat, zeigt das durchweg positive Feedback der Teilnehmer, dass es gelungen ist, dem Konzept "Software-as-a-Service" eine etwas konkretere Gestalt zu geben. Die Ziele, die Software-Anbieter mit SaaS verfolgen wurden ebenso dargestellt und kritisch diskutiert wie die Vorteile und die Befürchtungen, die anwenderseitig mit SaaS in Zusammenhang gebracht werden.

 

 

Stimmen zur Veranstaltung

"Die Veranstaltung hat einmal mehr bewiesen: SaaS wird sich langfristig durchsetzen! Vor allem auf dem Dienstleistungssektor sprechen alle Zeichen für einen erfolgreichen Rollout von SaaS-Lösungen. Uns haben die Trovarit-Tagung mit all ihren Beiträgen, der Austausch untereinander und nicht zuletzt auch die Studie gezeigt, dass wir mit unserer Lösung auf dem richtigen Weg sind."
Peter Dibbern, Vorstand Reporta Controllingsysteme AG

"Die Fachtagung hat aufgezeigt, dass SaaS-basierte geschäftskritische Anwendungen grosses Potential haben. Der Zeitpunkt ist gut gewählt. 2010 wird ein wichtiges Jahr für Software-as-a-Service. Wir gehen davon aus, dass das Angebot deutlich zunehmen wird."
Deepa Gautam-Nigge, Business Development Manager - SAP Business ByDesign, SAP Deutschland AG

"Im Rahmen der Fachtagung wurde durch eine gute Mischung zwischen Fachvorträgen und Anwenderberichten das Für und Wider einer ERP-as-a-Service Lösung erörtert. Die Diskussion hat uns nochmals darin bestätigt, dass ERP-as-a-Service mittelfristig immer größere Marktanteile gewinnen wird.“
Heribert Jung, Alpha Business Solution AG

"Die Tagung war für mich außerordentlich interessant. Sehr hilfreich sind auch die unterschiedlichen, komprimierten Einschätzungen der Marktentwicklung für SaaS-Lösungen im Unternehmensumfeld - sowohl von Anbieterseite als auch von Kundenseite. Zudem geben die Ergebnisse der vorgestellten Studie einen guten Überblick darüber, wo wir heute stehen."
Isabel Blank, Geschäftsführerin von Haufe-Lexware GmbH Co KG.

"Ich persönlich fand die Veranstaltung absolut gelungen. Nicht nur die Themenmischung, sondern auch die Inhalte der einzelnen Vorträge waren aus meiner Sicht gerade zum jetzigen Zeitpunkt sehr gelungen. Ich denke das Thema Cloud und SaaS steckt bei vielen Unternehmen heute noch in den Kinderschuhen und wird eigentlich immer ernsthafter auch von den Skeptikern diskutiert."
Jochen Katzenstein, gen-ius GmbH

"Die Tagung SaaS brachte durch die interessante Zusammenstellung der Vorträge einige neue Aspekte. Die aeveo GmbH wird als SaaS-Anbieter einige Aspekte der vorgestellten Studie in ihre Marketing- und PR Maßnahmen einfließen lassen."
Florian Trohorsch, aeveo

"Die Tagung war ein voller Erfolg und meine Erwartungen wurden übertroffen. Das FIR und Trovarit haben zu Beginn sehr gut in die SaaS Thematik eingeführt. Einführungsbeispiele und Praxisvorstellungen von SaaS Software haben einen hervorragenden Einblick in die Saas Welt gegeben. Die Ergebnisse und Rückschlüsse der Tagung werden uns bei der Entscheidungsfindung zum Einsatz von SaaS sehr weiterhelfen."
Uwe Tomeczek, Peters Beteiligungs GmbH & Co. KG

"Die Trovarit-Tagung hat mir einen guten Einblick in den derzeitigen Stand der SaaS Thematik aus unterschiedlicher Sicht vermittelt. Auch war ich überrascht vom Ergebnis der Studie. Wird doch unser Programm gerade verstärkt wegen der Möglichkeit ausgewählt, es auch im SaaS-Standard nutzen zu können. Wie so oft sind die gut informierten Entscheider die Vorreiter und Wegbereiter einer neuen Technik."
Konrad Harle, KeyAccount Manager, myfactory International GmbH

"Für uns von Bechtle Softwarelösungen war die Tagung deshalb interessant, weil wir als Lösungsanbieter von ERP-Systemen den Markt rund um Cloud Computing besonders aufmerksam verfolgen. Zudem bieten wir in diesem Umfeld bereits exakt auf den Bedarf unserer Kunden zugeschnittene Konzepte an. Die Tagung lieferte mir persönlich wichtige Impulse und hat meine eigenen Kenntnisse noch weiter vertieft."
Dietmar Schink, Geschäftsführung structura nova & dynamic, Bechtle Softwarelösungen GmbH